Aus dem Arabischen von Khalid Al-Maaly und Heribert Becker. Dem Klischee und Schreckensbild von der unter dem Schleier verstummten Araberin treten sechsundfünfzig Dichterinnen entschlossen entgegen. Vom überraschend freizügigen erotischen Gedicht aus dem 7. Jahrhundert bis zum zeitgenössischen Text über das Leben im Exil - eindrucksvoll setzen sich die Frauen mit ihrer Lebenssituation auseinander.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.03.2009
Staunenswert, was der irakische Dichter Khalid al-Maaly zusammengetragen hat, meint Stefan Weidner. Die Auswahl an Versen arabischer Dichterinnen von der vorislamischen Zeit bis heute überflügelt für Weidner das, was er aus dem vergleichbaren Zeitraum von Dichterinnen aus Europa kennt. Liebes-, Trauer- und Lobgedichte liest Weidner und wundert sich über die Freizügigkeit bis zum Spott und zur Obszönität - und das im 7. Jahrhundert! Wenn der Herausgeber dann übergeht zur Moderne, stellt Weidner fest, dass die Lyrikerinnen erneut "um ihre Rolle" kämpfen, als hätte es ihre mutigen Vorgängerinnen gar nicht gegeben. Das "ostentative Pathos" dieser Texte findet er angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse angemessen. Der Frage, ob es sich dabei wirklich immer um gute Poesie handelt, weicht Weidner aus: Allein sie zu stellen, hat in seinen Augen einen "reaktionären Beigeschmack".
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