Kim Koplin

Die Toten von morgen

Thriller
Cover: Die Toten von morgen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783518475447
Broschiert, 270 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ein junger Mann liegt tot unter einer Brücke in Berlin-Charlottenburg - Kopfschuss, keine Papiere, keine Zeugen. Kommissarin Nihal Khigarian ist gerade erst aus Hamburg zurück, innerlich zerschrammt, ihr Vater im Sterben, ihr Bruder im Knast - weil sie ihn da reingebracht hat. Und dann taucht auch noch Saad wieder auf, mit Leila, dem Mädchen, das sie wie eine Tochter liebt - und das sie verlassen hat.Während Nihal versucht, sich im Job wieder zu fangen, gerät sie mitten hinein in einen Bandenkrieg, der Berlin zu zerreißen droht: ein alter König, ein skrupelloser Neuling, Drogen, Geld - und Saad, der plötzlich Teil des Spiels ist. Und vielleicht der Schlüssel.Als eine zweite Leiche auftaucht, erkennt Nihal, wie tief sie selbst bereits verstrickt ist. Und dass ihre Vergangenheit sie schneller einholt, als sie laufen kann. Denn manchmal sind es nicht die Toten von gestern, vor denen man sich fürchten muss. Sondern die Toten von morgen. Und einer von ihnen … könnte Saad sein. Dieses Buch ist Teil der Serie Berliner Schattenwelt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.07.2026

"Rasant" findet Rezensentin Sylvia Staude diesen zweiten Band der Berlin-Noir-Krimis, die Edgar Rai unter dem Pseudonym Kim Koplin veröffentlicht. Denn der Noir-Definition, nach der keine "weiße Wand frei von Schatten" sei, entspreche das Buch voll und ganz, versichert die Kritikerin. Wir folgen Kommissarin Nihal Khigarian, die auch nicht immer ganz auf der richtigen Seite des Gesetzes steht, ihren eigenen Bruder hat ins Gefängnis brachte und nun den Kriminellen Saad umwirbt, der wiederum auf der Flucht vor einem Marseiller Drogenboss ist. Ein bisschen zu angestrengt erscheint Staude der Plot, wenn etwa wenn jener Drogenboss schließlich in Berlin auftaucht und sich auch noch mit einer Untergrund-Größe namens King Charles anlegt. Nichtsdestotrotz lobt die Kritikerin einmal den lakonisch-witzigen Ton des Autors.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.07.2026

Eine Ermittlerin mit Bindungsproblemen, die einfach nur ihren Job machen will - Typ harte Schale, weicher Kern - davon gibt es ja so einige im Krimigenre, weiß Rezensentin Maria Wiesner. Und dennoch hat Nihal, die Ermittlerin aus Kim Koplins Berlin-Noir-Reihe es dieser Rezensentin sofort angetan. Koplin alias Edgar Rai zeichnet mit Nihal eine komplexe Figur voller Ambivalenzen und bringt seine Leserinnen und Leser ungewöhnlich nah deren Gefühlsleben heran, mitunter hören wir ihr sogar dabei zu, wie sie sich selbst beschimpft, schreibt Wiesner. Das funktioniert innerhalb der Krimihandlung deshalb so gut, stellt die Rezensentin fest, weil Koplin den Ermittlungsprozess um einen Mord im Drogenmilieu geschickt mit Nihals Privatleben zu verbinden weiß. Ein packender und zugleich anrührender Krimi, der auf mehr hoffen lässt, so die Rezensentin.

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