Sven Heuchert

Dunkels Gesetz

Kriminalroman
Cover: Dunkels Gesetz
Ullstein Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783550081781
Kartoniert, 192 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Ein Exsöldner, ein geplatzter Drogendeal und ein junges Mädchen: Altglück ist ein verlassenes Nest in der Nähe der belgischen Grenze, hier träumt es sich schlecht vom sozialen Aufstieg. Achim, der Tankstellenbesitzer, heuert bei der Lokalgröße Falco an und steigt gemeinsam mit seinem Knacki-Kumpel in den Drogenhandel ein. Seine letzte Chance auf ein gutes Leben, glaubt er - für sich, seine Geliebte und deren Tochter Marie. Doch ein Mann droht alles kaputtzumachen: Richard Dunkel, Exsöldner. Um über die Runden zu kommen, arbeitet er als Security für eine Chemiefirma. Eines Nachts stößt er dort auf Achims Drogenversteck. Er setzt Falco und Achim mächtig unter Druck - und bringt so, ohne es zu wollen, Marie in tödliche Gefahr.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.10.2017

Rezensent Ambros Waibel schwärmt von Sven Heuchert. Da kommt ein Vierzigjähriger ohne Abitur und krempelt die deutsche Krimilandschaft um, und das gleich mit seinem Romandebüt, freut sich der Rezensent. Über "Dunkels Gesetz" will Waibel dann gar nicht so viel verraten: das Buch spielt nahe an der belgischen Grenze, wo der ehemalige Fremdenlegionär Dunkel einen Job als Sicherheitsmann bei einer stillgelegten Zinn- und Bleigrube antritt, die bald wieder ihre Arbeit aufnehmen soll, so der Rezensent. Es geht um Rohstoffpreise, Prostitution und Erben. Das mag vertraut klingen, meint Waibel, aber er verspricht, dass es sprachlich derart zur Sache geht, dass der Krimi hier wirklich und endlich zu Kunst geworden ist.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.09.2017

Elmar Krekeler fragt sich, ob all die deutschen Gegenden und einsamen Täler, in denen seit Jahrzehnten nichts mehr passiert ist, auch für etwas anderes gut sind, außer hin und wieder junge Reporter hinzuschicken, die sich dort dann "mal ordentlich fremd fühlen" können. Sven Heucherts Debütroman "Dunkles Gesetz" hat ihm nun den Gegenbeweis geliefert: die deutsche Provinz eignet sich natürlich hervorragend für düsteren Romanstoff. In einem Dorf namens Altglück, in dem die "Gegenwart schon längst nicht mehr lebt", siedelt Heuchert seine Handlung um den traumatisierten Söldner Dunkel an, der eine wieder in Betrieb genommene Zink- und Bleimine bewachen soll. Die Ereignisse im Dorf überstürzen sich, als ein Junge stirbt. Krekeler ist begeistert von dieser Noir und setzt viel Hoffnung für den deutschen Krimi in Heuchert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.08.2017

Raymond Chandler hätte Sven Heucherts Noir "Dunkels Gesetz" geliebt, versichert Rezensent Tobias Gohlis. Zwischen Grau- und Schwarztönen flirrt die Landschaft, die Heuchert beschreibt, berichtet der Kritiker, der an Andrei Tarkowskis "Stalker" denken muss, während er mit dem Ex-Söldner und Sicherheitsmann Richard Dunkel durch das "Ruhrgebiets-Nirgendwo" streift. Der ist im Drogen- und Prostitutionsmilieu unterwegs, mit knallharter Präzision und ohne Sentimentalitäten, lobt der Kritiker und lernt: Spannende Krimihandlung und brillante Sprache müssen sich nicht ausschließen.

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