Klaus Dreher, der als führender deutscher Journalist 35 Jahre lang am Rhein bundesrepublikanische Kanzler, Regierungen und ihre Politik beobachtete, schreibt in diesem Buch die Geschichte der Hauptstadt Bonn. Und er erzählt die Geschichte und Vorgeschichte der beiden Abstimmungen um den Regierungssitz. Klaus Dreher blickt noch einmal hinter die Kulissen, zeigt, wie die Bonn- und Berlin-Fraktionen quer durch alle Parteien liefen, zeigt, wer wie versuchte Einfluß auszuüben, wessen Rede in der langen Debatte welche Stimmungen hervorrief. ?Treibhaus Bonn ? Schaubühne Berlin? ist der Nachruf eines großen bundesrepublikanischen Journalisten auf die fünf Jahrzehnte des Bonner Provisoriums.
Klaus Harprecht hat an Drehers Untersuchung nur eines auszusetzen: den Untertitel des Buches findet er unverständlich und zudem, weil "Befindlichkeiten" ein reines Modewort sei, ohne Aussagekraft. Der Begriff stünde im Gegensatz zu der "ironischen Präzision", die Dreher in dieser Studie an den Tag legen würde. Doch davon abgesehen findet Harprecht das Buch interessant, mitunter auch unterhaltsam. Hier zeige sich Dreher von der Seite, die der Rezensent schon an seinen journalistischen Arbeiten geschätzt hat, als dieser noch für die Süddeutsche Zeitung geschrieben hat.
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