Sie waren die Generation, die Greenpeace und Robin Wood gründete, die gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens demonstrierte, die auf die Vergiftung des Rheins aufmerksam machte. Ganz normale Bürgerinnen und Bürger begannen in den siebziger und achtziger Jahren, sich für die Natur einzusetzen. Aus diesen oft lokalen Initiativen wurde eine mächtige Bewegung, die unser Land, unsere Politik und unsere Umwelt für immer verändern sollte. Etliche Schauplätze dieser Kämpfe klingen heute noch vertraut: Wyhl, Kalkar, die Startbahn West, Wackersdorf. Markus Brauckmann erzählt von den kreativen Protestaktionen der ersten Stunde, von Gemeinschaft, Liebe und Verantwortung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2025
Ein eindrückliches Buch hat Marks Brauckmann geschrieben, findet Rezensent Gerald Wagner, der allerdings der Ansicht ist, dass es sein Thema nicht erschöpfend behandelt. Es geht um die erste Generation der Umweltbewegung, die sich vor allem im ländlichen Raum etabliert. Brauckmanns Oral History geht auf verschiedene Beispiele ein, Wagner greift eines davon auf, den Protest gegen den geplanten Bau eines Atomkraftwerks in Whyl im Kaiserstuhl. Entlang der Lektüre beschreibt der Rezensent den Lebensweg eines Beteiligten, weist auf die erstaunliche Engstirnigkeit der Mächtigen hin, die sich nicht erklären können, warum in konservativ geprägten, ländlichen Gegenden plötzlich Widerstand geleistet wird und erwähnt außerdem, dass es in den betroffenen Gemeinden durchaus auch Spannungen zwischen Rebellen und Angepassten gab. Darüber hinaus liest Wagner vom Unterschied zwischen den an lokalen Problemen orientierten Umweltaktivisten der ersten Generation und ihren auf globale Zusammenhänge blickenden Nachfolger - wobei Brauckmann selbst, kritisiert der Rezensent, nicht viel darüber zu sagen hat, wie die Proteste der Ersten Generation sich radikalisierten: Bis hin zu Morden an Polizisten im Zuge des Startbahn-West-Widerstands. Erzählerisch ist das vorliegende Buch herausragend, so das ambivalente Fazit, einen argumentativen Zusammenhang etabliert es allerdings eher nicht.
Winfried Dolderer bekommt mit dem Buch des Politologen und Dokumentarfilmers Markus Brauckmann eine erhellende Lektion in Sachen Umweltbewegungen in Deutschland. Der Autor führt den Leser mittels Zeitzeugenberichten zurück zu den Anfängen des Umweltaktivismus in der alten BRD, zu umweltbewegten Lehrern, Bauern, Bäckern und Grünen-Politikerinnen, die mit Beharrlichkeit, Seelenstärke und missionarichem Eifer gegen Waldsterben und Atomkraft agitierten. Von den frühen 1970ern bis Ende der 1980er reicht die Bestandsaufnahme, die laut Dolderer zwar nicht vollständig ist, aber durch die persönliche Perspektive umso eindringlicher. Das Buch ist für Dolderer nicht zuletzt ein Beitrag zur Demokratiegeschichte.
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