Klaus Lüderssen zeichnet den beruflichen Werdegang des "letzten Ritters der Romantik", wie man ihn genannt hat, nach und zeigt den überzeugten Katholiken Eichendorff als Regierungsbeamten im protestantischen Preußen. Zugleich bietet Lüderssen eine weitreichende Deutung von Eichendorffs Rechtsbegriff: In der Ablehnung von Aufklärung und Restauration gleichermaßen schlägt Eichendorff einen Weg ein, der Ansätze eines im heutigen Sinne modernen Rechtsverständnisses aufweist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.04.2008
Der emeritierte Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie Klaus Lüderssen interessiert sich in seinem Buch nicht für den Schriftsteller, sondern für den Juristen Eichendorff und wendet sich damit auch an Leser vom Fach, stellt Hannelore Schlaffer etwas unglücklich fest. Der Autor will das Verhältnis des romantischen Dichters zu der von Karl von Savigny begründeten Historischen Rechtsschule untersuchen und hier drängt sich der Rezensentin der Verdacht auf, dass sich Lüderssens Fokus dabei zunehmend von Eichendorff auf die Rechtsauffassung Savignys verschiebt. Ob Eichendorff gar nur wegen seines 150. Todestages im November 2007 aufs Titelblatt gelangt ist, fragt sich die Rezensentin, die sich außerdem gewünscht hätte, der Autor hätte in seinen Ausführungen, beispielsweise zum wiederholt angesprochenen "Law and Literary Movement" in den USA, auch auf die Nichtjuristen unter seinen Lesern Rücksicht genommen.
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