"Und auch die See schickt sich an, endgültig reinen Tisch zu machen." Eine kleine Insel im norddeutschen Wattenmeer, Anfang der sechziger Jahre. Engelke Kristensen, einziges Kind des Inselwirtes und Alkoholschmugglers Paale, kehrt nach einem Schlaganfall ihres Vaters widerstrebend auf die Insel zurück. Mit gutem Grund, denn alle Versuche, das Gasthaus und die halbseidenen Geschäfte ihres Vaters weiterzuführen, ziehen sie immer tiefer in den Sumpf einer mörderischen Familiengeschichte. Wie ein Strudel, gemächlich an der Randzone, dann immer schneller sich drehend bis hin zum furiosen Finale, der Hamburger Flut im Februar 1962, erzählt "Höllenfahrt" von den letzten Tagen einer Familie, der irgendwann die Bedeutung von Moral und Menschlichkeit abhanden kam und an deren Ende Mord und Totschlag stehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2007
Rezensentin Dorothea Dieckmann bewundert Klaus Schafmeisters Roman "Höllenfahrt" für seinen Mut. Der Roman fällt für sie sowohl thematisch als auch sprachlich aus dem Rahmen, den die sonst - eher langweilige - deutschsprachige Gegenwartsliteratur stelle. Erzählt wird die Geschichte der 25-jährigen Engelke, die, als Jugendliche vergewaltigt, auf ihre winzige nordfriesische Heimatinsel zurückkehrt, um dort ihren Vater zu pflegen. Das Leben dort zeichnet sich durch Brutalität, Alkohol und Einsamkeit aus, so die Rezensentin. Wie Schafmeister die Landschaft und ihre Menschen beschreibt, seine kraftvolle und "harte" Sprache imponieren Dieckmann gwaltig. Nur die Geschichte selbst findet sie schwach - redundant und "hingebogen". Doch der Autor hat sich etwas getraut und allein das macht die Lektüre für Dieckmann offenbar lohnend.
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