Warum werden weiterhin Vorurteile vom "doofen Ossi" und "arroganten Wessi" gepflegt? Warum wird das Erreichte nicht positiver gesehen? Wie hat sich Deutschland insgesamt verändert? Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung sind sich die Deutschen in Ost und West weitgehend fremd geblieben. Aufgewachsen in gegensätzlichen Systemen tragen beide Seiten ein mentales Erbe mit sich, das das Zusammenwachsen erschwert. Ein Unbehagen an der Einheit ist auf beiden Seiten vorhanden, wenngleich aus unterschiedlichen Motiven. Klaus Schroeder, der zahlreiche Forschungen zur deutschen Teilungsgeschichte und zum Wiedervereinigungsprozess durchgeführt hat, zeigt die Entwicklung in den Jahrzehnten nach der Vereinigung, untersucht die Vorbehalte, Vorurteile und Befindlichkeiten in Ost und West und erinnert den Leser noch einmal eindringlich an die Schlussbilanz der DDR, ihren ruiniösen ökonomischen, ökologischen,gesellschaftspolitischen und intellektuellen Zustand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2011
Sehr lobend bespricht Rezensent Rolf Steininger Klaus Schroeders Buch "Das neue Deutschland". Der Berliner Historiker erkläre darin sehr kenntnisreich und lesenswert, versichert Steininger, welche historische Bürden dem Zusammenwachsen der beiden Deutschlands hinderlich sind, welche Vorurteile bestanden und welche Ignoranz. Allerdings wird nicht ganz klar, warum Schroeder davon ausgeht, dass Ost und West nicht zusammenwachsen oder woran er das festmacht. Der Rezensent sagt dazu nichts, weist aber darauf hin, dass Schroeder durchaus größere Gemeinsamkeiten als noch vor zwanzig Jahren konstatiere. Und schließlich ist er ganz einverstanden mit dem Autor, nach dem nur zusammenwächst, wer dies auch will.
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