Ein junger Mann liest wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den Roman eines deutschsprachigen Autors. Er geht den Lebensspuren seines Helden nach, sucht nach Verwandten und Freunden des Autors. Der junge Mann heißt Klaus Wagenbach, sein jugendlicher Held Franz Kafka. Es entsteht die erste Biographie des Prager Autors nach Max Brod... Es ist Klaus Wagenbachs erstes Buch. Fast fünfzig Jahre später hat er seine Arbeit kritisch überprüft, ihr neue Dokumente beigefügt und sie in Kommentaren sowie mit vier Essays auf den neuesten Forschungsstand gebracht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.01.2007
Thomas Medicus bejubelt die aktualisierte Neuausgabe von Klaus Wagenbachs Dissertation über die Jugendjahre Franz Kafkas. Obwohl fast ein halbes Jahrhundert alt, sei die Lektüre noch immer ein Genuss, was wahrscheinlich daran liegt, dass Wagenbach seine Arbeit bereits 1957 bei der ersten Publikation vom Germanistenjargon befreit hat, lobt der Rezensent. Der Autor und Verleger ist seit Beginn seiner Forschungen vor allem am realen biografischen Hintergrund des Prager Schriftstellers interessiert, wobei er dankenswerter Weise auch vor dezidierten Interpretationen von Kafkas Texten nicht zurückscheut, so Medicus bewundernd. Diese Pionierarbeit, für die Wagenbach bereits in den 50er Jahren an die Stätten von Kafkas Leben reiste, ist auch heute ein Gewinn und überzeugt nicht zuletzt durch den Enthusiasmus des Autors für sein Forschungsgebiet, preist der begeisterte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.10.2006
Aufs Neue überzeugt ist Oliver Pfohlmann von Klaus Wagenbachs Biografie des jungen Franz Kafka, die nun in einer überarbeiteten Neuausgabe vorliegt. Auf den letzten Forschungsstand gebracht und mit einigen neuen Essays versehen, stellt Wagenbachs Standardwerk Kafka in seiner Arbeitswelt und seinem linksorientierten politischen Engagement vor und heimst sich damit den Beifall des Rezensenten ein. Besonders lesenswert fand Pfohlmann Wagenbachs Rückblick auf die Wirkungsgeschichte seiner Biografie - etwa dass Max Brod, der Kafka über die Sphäre des Alltags und der Politik erhaben sehen wollte, Wagenbach wegen seiner geerdeteren Darstellung Kafkas die Freundschaft aufkündigte.
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