Fußball hat seit jeher die Menschen beflügelt. Indem dieser Sport Stammtisch und Intellektuellendiskurs verbindet, war er immer mehr als die Jagd nach einem Lederball. Hier wird jetzt seine Geschichte als Kulturgeschichte erzählt. Von den Anfängen in der Aristokratie Englands bis zum weltweiten Massenphänomen, von seinen politischen und sozialen Effekten bis hin zu seinen Spuren in der Alltagskultur, von Deutschland über Afrika bis nach Japan, Lateinamerika und den USA, von Mitte des 19. Jahrhunderts über die Zeiten der Diktaturen bis zur Globalisierung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.07.2014
Die große Schwachstelle von Klaus Zeyringers Kulturgeschichte des Fußballs ist das allzu bekannte Material, bedauert Urs Hafner. Jeder, der sich schon ein wenig mit der Geschichte des Sports auseinandergesetzt hat, wird die groben Fakten, von den Anfängen in England bis in die Jetztzeit, kennen, vor allem aber viele der Anekdoten, die Zeyringer ausbreitet, vermutet der Rezensent. Ob es sich um Friedrich Torbergs kleines Gedicht über den "Papierenen", Matthias Sindelar - "Er spielte lässig, leicht und heiter. / Er spielte stets. Er kämpfte nie." - handelt, oder um das Wunder von Bern, Vieles gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen des Fußballbegeisterten, so Hafner. Was dem Rezensenten aufgefallen ist: die Faszination für den zaubererischen Fußball jenseits jeder Taktik ist so alt wie der Sport selbst. Traurig, dass es heute trotzdem mehr "aggressive tätowierte Kampfmaschinen" gibt denn je, findet der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.06.2014
Mit Klaus Zeyringers neuem Buch "Fußball. Eine Kulturgeschichte" kann Rezensent Detlev Claussen leider wenig anfangen. Dass es in diesem Buch kaum um das Spiel an sich geht, könnte der Kritiker dem österreichischen Kulturwissenschaftler ja noch verzeihen. Dass er aber neben "Binsenweisheiten" überwiegend schon mal Gelesenes (und zwar häufig im Wortlaut) findet, strapaziert Claussens Geduld dann doch zu sehr. Ob Nacherzählungen von Fußballfilmen, Betrachtungen der Entwicklung des Fußballs in Österreich oder Erklärungen der nationalen beziehungsweise identifikatorischen Bedeutung des Sports - der Kritiker gewinnt hier nicht nur keine neuen Erkenntnisse, sondern findet bisweilen auch falsche Darstellungen. Nicht zuletzt hätte er sich wenigstens gewünscht, dass das Lektorat antisemitisch klingende Austriazismen wie "jüdeln" ersetzt hätte.
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