Auf der Flucht vor dem mordlustigen Ehemann seiner Geliebten findet der Theologiestudent Jobst Steen Unterschlupf im Pastorat des kleinen holsteinischen Dorfes Schönberg. Die Bewohner des Landstrichs trotzen den Launen der rauhen Natur, den Verhehrungen des Dreißigjährigen Krieges und den hartnäckigen Versuchen Pastor Scheeles, ihre heidnischen Seelen zu einem gottesfürchtigen Leben zu erziehen. Jobst verliebt sich in eine geheimnisvolle, während Scheele ihn zum stummen Verbündeten im Kampf gegen Hexen und andere teuflische Mächte macht. Mehr verwundert als beunruhigt folgt Steen dem fanatischen Eifer des Pastors ? bis eine schreckliche Sturmflut für Hunger und Verderben sorgt. Pastor Scheele fordert Buße, und aus der Grausamkeit der Natur wird urplötzlich eine Grausamkeit der Seelen ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014
Prädikat: überzeugend, findet Rezensentin Christina Hucklenbroich. Das Buch des Journalisten Eckard Fuhr findet sie spannend und von weitreichender Relevanz, nicht weil sie sich etwa zu den "Wolfsfrauen" zählt, eigenartigen Menschen, die sich durch den Kuss eines Wolfes Erlösung versprechen, sondern weil sie findet, das Thema gehe uns alle an. Wirklich? Die Rückkehr der Wölfe, erklärt die Rezensentin habe Faszination und Schrecken zur Folge, und für beides findet sie im Buch genügend Belege: Die erstaunliche Anpassungsfähigkeit der Tiere wie auch die Kindertode durch Wolfsbisse in Indien. Der Autor berichtet darüber in seiner Reportage, schreibt Hucklenbroich, besucht Orte und Menschen, die mit den Wölfen tanzen oder lieber nicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.07.2001
Zwischen anspruchsvoller Literatur und Unterhaltung hat sich der Autor eindeutig für letzteres entschieden, behauptet Kristina Maidt-Zinke, ohne dabei aber, so schreibt sie wohlwollend, alle Ansprüche auf handwerkliche Solidität und historische Genauigkeit aufgegeben zu haben. Hansen habe einen deftigen historischen Roman aus der Zeit des 30-jährigen Krieges verfasst, der in einer Gegend Norddeutschlands spielt, in der sich der Autor, ein Spezialist für niederdeutsche Volksstücke und Literatur, gut auskenne. Auch auf das aufklärerische Moment habe Hansen nicht ganz verzichten wollen, so die Rezensentin: Inquisition und Hexenverbrennung, religiöse und politische Intoleranz stünden am Pranger des Autors, der sich dabei der negativen Faszination an den Schrecken der Folterkammern nicht völlig hätte entziehen können.
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