2041. Die Ägypterin Marwa ist fast 80 Jahre alt. In einer Klinik in Davos geht ihr nach einer Operation manches durch den Kopf: ihr Leben in Kairo, ihre unglückliche Ehe, die kurze Affäre mit einem Nubier, der Tod ihres Schweizer Vaters. Sie denkt auch an ihre drei Söhne, von denen einer vom Islam zum Christentum konvertierte und sich als Mönch das Leben nahm. 1983. Marwa ist mit ihrem Bruder Sufian im Sudan. Ihre ägyptische Mutter hat die beiden beauftragt, nach dem in Juba lebenden Onkel zu suchen, von dem sie seit Ausbruch des Bürgerkrieges ohne Nachricht sind. Marwa und Sufian geraten in den Sog des Konflikts und werden von Rebellen entführt...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.05.2006
Offensichtlich zufrieden von der Lektüre dieses Romanerstlings zeigt sich der mit "lüt" zeichnende Rezensent. In ihrer in der Zukunft angesiedelten Erzählung um die alte Ägypterin Marwa, die im Kurort Davos Rückschau über ihr Leben hält, entwerfe Kristina Bergmann "das Porträt einer außergewöhnlichen Frau", in dem sich "Frauenschicksal, Kulturstudie und Science-Fiction" zu einer ungewöhnlichen Mischung verbinden. Gefallen hat dem Rezensenten vor allem die grundsätzliche "Gespaltenheit" Marwas, die stets zwischen den Kulturen gelebt hat, und ihre - an ihre Kinder weitergegebene - stetige "Suche nach Sinn, kultureller Identität und Heimat", die auch in der Vielfalt der Zeitebenen und der Schauplätze - der Schweiz, Ägypten und dem Sudan - ihren Ausdruck findet.
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