Amoretten flattern auf Lichtpunkte zu, leicht bekleidet und Honig schleckend. Ihr Ziel: Verlieben machen. Als Galionsfiguren der Liebe sind sie vielgestaltig: Zierde, Wagnis, Personifikation von Hoffnung. Zugleich bergen ihre Pfeile Gefahr durch Ablenkung, Täuschung, Manipulation. Im Spannungsfeld von Sehnsucht und Zerstörung bahnen sie Schneisen durch Wissen und Nichtwissen.Die Gedichte verfangen sich in einem Geflecht aus antiken Mythen, menschlicher Anatomie, Archäologie und Popkultur. Dabei wird sowohl klassisch philosophischen Fragen über das Menschsein nachgegangen als auch gegenwärtigen Themen wie Klimawandel, Feminismus und neuen digitalen Sprechformen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2024
Ganz hingerissen ist Kritiker Christian Metz von den klugen, vielschichtigen Gedichtzyklen in Lara Rüters Debüt, die die digitale Alltagswelt in aufregende Liebesbegegnungen verwandeln. Schon der erste Zyklus, wo "es klickt, hier, auf der scherbe" und "das navi/spinnt" begeistert Metz mit allen offen liegenden Interpretationsmöglichkeiten, vom digitalen Klick bis zum Bildschirm als Scherbe, die im Altgriechischen über das Schicksal entscheidet. Auch Ovid und Sappho tauchen auf, nicht nur als poetische Urahnen, sondern auch als Figuren, "seine brüste/fließen seitlich ab. so schutzlos. so sexy." Rüter hat hier ein umfassendes lyrisches Universum vorgelegt, kraftvoll, raffiniert und unbedingt lesenswert, lobt der Rezensent.
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