Lara Vapnyar

Es sind Juden in meinem Haus

Erzählungen
Cover: Es sind Juden in meinem Haus
Berlin Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783827005519
Gebunden, 172 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Monika Schmalz. Galina versteckt in der von den Deutschen okkupierten russischen Kleinstadt ihre jüdische Freundin Raja im hinteren Zimmer ihrer Wohnung. Und schwankt fortan zwischen Treue und Verrat, nicht aus Angst, sondern aus Neid. Während die zwei Frauen mit ihren beiden Töchtern die endlosen Tage und Stunden schweigend verstreichen lassen, tauchen vor Galina all jene Dinge und Momente auf, die sie vor dem Krieg mit eifersüchtiger Missgunst erfüllten: Rajas Türkisohrringe; die auffordernden Blicke der Männer, die immer zuerst Raja galten; Rajas Liebhaber. Der Betrug, die Katastrophe scheinen unvermeidbar: "Es sind Juden in meinem Haus."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.12.2005

Maike Albath zeigt sich von diesem Band mit Erzählungen der in Russland geborenen und in den USA lebenden Lara Vapnyar sehr angetan. In diesem "schönen Debüt" schreibt die 1971 geborene Autorin nur in der ersten Erzählung "Mätresse" aus dem Einwanderermilieu in Amerika, alle anderen Geschichten spielen in der "alten Sowjetunion", teilt die Rezensentin mit, die von der Fähigkeit der Autorin, in ihren Geschichten "Bilder" zu "Gefühl zu verdichten", begeistert ist. Mit "großem Gespür für Rhythmus und Zuspitzung" schildert Vapnyar verschiedene Lebenswirklichkeiten in Russland, wobei sie besonders geschickt die "Dynamik des Unausgesprochenen" zu entfalten weiß, preist die Rezensentin. So hebt sie die "behutsame Komik" in der Geschichte um eine junge Aushilfslehrerin hervor, die trotz ihrer eigenen Unerfahrenheit Aufklärungsunterricht geben muss und dabei fast "vor Scham vergeht". Auch vom Antisemitismus handeln viele der Geschichten, allerdings klage die Autorin nicht an, sondern "konstatiere" lediglich, indem sie die "Abgründe der russischen Alltagskultur" schildere, so Albath, die begeistert feststellt, dass die Autorin mit ihren Erzählungen zwar spürbar an Autorinnen wie Alice Munro oder Ursula Hegi anknüpft, ihre "russische Prägung" jedoch nie verleugnet.
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