Zeichnungen in schwarz-weiß. Aus dem Französischen von Martin Budde. Jeder Paris-Besucher, der sich für die Anreise mit dem Zug entscheidet, kennt wohl die Gegend ein bisschen, in der "Wie steht mir Tod?" spielt - das 10. Arrondissement rund um den Gare de l'Est nämlich! Versetzt man sich in die Handlung und das Jahr 1956, steigt man die merkwürdige Treppe mit ihrem ovalen Mittelteil neben dem Bahnhof empor, betritt ein altes Bistro und trifft auf einen betrunkenen Nestor Burma, der aus der Profisäuferin und Ex-Chansonniere Clara Nox Fakten herauszuquetschen versucht. Ihr Lover, der erfolgreiche Schnulzensänger Gil Andrea, hat sie abserviert, ist aber selbst seit einigen Tagen komisch drauf, weshalb seine Managerin Mado Burma auf ihn angesetzt hat, um herauszufinden, was denn da faul ist im Staate Dänemark.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2001
Der 56-jährige Comic-Zeichner Jacques Tardi ist bereits zu Lebzeiten ein Klassiker der französischen Comic-Szene, weiß Christian Gasser. Nun hat er sich einen weiteren Krimi von Leo Malet, der vor wenigen Jahren starb, aus seiner Nestor-Burma-Reihe vorgenommen und daraus einen Comic gemacht, der Unterhaltung auf "höchstem Niveau" verspricht, meint der Rezensent. 15 Krimis umfasst die Reihe, die allesamt im Paris der 50er Jahre spielen, dieser, der vierte Tardi-Comic über Nestor Burma, spielt im Showbusiness. Der Blick des Zeichners ist recht kulturpessimistisch, denkt Gasser. Mal griesgrämig, mal sarkastisch, oft kritisch, immer scharfsinnig und anarchistisch, ganz so, wie auch Leo Malet seinen Helden Nestor die französische Gesellschaft erkunden ließ, informiert der Rezensent. Für Tardi jedenfalls verdichte sich diese Geisteshaltung zu einem undogmatischen Anarchismus französischer Provenienz, die ihn auch mit Jean Vaudrin verbinde, dessen Text "Le cri du peuple" (Casterman) über die Pariser Commune von 1871 er ebenfalls gerade gekonnt als Comic umgesetzt habe.
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