Pierre Siniac, Jacques Tardi

Das Geheimnis des Würgers

Cover: Das Geheimnis des Würgers
Edition Moderne, Zürich 2007
ISBN 9783037310236
Gebunden, 96 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Eine Schweinekälte über Paris und Umgebung, bei der sich keine Sau auf die Strasse begibt. Dazu Nebel, so dick, dass man ihn mit dem Messer schneiden kann, und ein Generalstreik der Polizei, der laut Presse gut eine Woche dauern wird. Was will man als Verbrecher mehr? Tardi hat den 1959 spielenden Krimi von Pierre Siniac - wie immer mit viel Flair für das damalige Ambiente - zuerst als Feuilleton in fünf Folgen veröffentlicht, aufgemacht mit reisserischen Titelseiten und Hintergrundartikeln zur politischen Situation. Die deutsche Buchausgabe folgt dieser Erstveröffentlichung und bietet als Bonus vier (!) alternative Lösungen des Falls, die zunächst gewissermaßen 'versiegelt', das heißt nicht aufgeschnitten sind, und die man erst am Ende der Lektüre öffnen sollte!

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2007

Völlig hingerissen ist Gottfried Knapp von Jacques Tardis Bildergeschichte "Das Geheimnis des Würgers", die auf Pierre Siniacs 1992 erschienenen Roman "Monsieur Cauchemar" basiert. Die Strichtechnik des Zeichners scheint ihm geradezu meisterhaft. Gebannt folgt er dem Mitternachtswürger durch die im Nebel liegenden Straßen von Paris, in denen dieser fünfmal eiskalt mordet. "Makabrer und bizarrer", findet Knapp, "kann eine Führung durch die Stadtlandschaft von Paris wohl kaum sein." Zugleich gefällt ihm die Atmosphäre, die Tardi zaubert, so gut, dass er sich wünscht, das Morden würde niemals enden. Zu seiner Freude hat die Geschichte ein überaus raffiniertes Ende, das dem Leser gleich acht verschiedene, sich widersprechende Schlussversionen bietet. Reizvoll findet er auch die abgedruckten Zeitschriften, in denen die Ereignisse des Jahres 1959 fiktiv berichtet werden. Besonders angetan hat es ihm hier die Kolumne "Neu im Kino", in der die filmischen Sensationen des Jahres kommentiert werden.
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