Leonardo Sciascia

Salz, Messer und Brot

Sizilianische Geschichten
Cover: Salz, Messer und Brot
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2002
ISBN 9783552052109
Gebunden, 232 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Sigrid Vagt. Bereits 1956 in Italien erschienen, gibt es sie nun erstmals auf Deutsch: eine Geschichte Siziliens, blutig, tragisch und burlesk, dargestellt von einem der größten italienischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sciascia erzählt finstere und groteske Geschichten, die alle an einem einzigen, halb fiktiven, halb realen Ort spielen. Man begreift, warum Sciascia durch dieses erste Buch schlagartig berühmt wurde, weil es bereits alle Qualitäten seines späteren Werks enthält.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2003

Rezensentin Ursula Pia Jauch kennt und schätzt Leonardo Sciascia bereits aus dem Italienischunterricht an einem Schweizer Gymnasium. Nun sind Erzählungen dieses 1921 "in einem kleinen Marktflecken im gottverlassenen Hinterland von Agrigento" geborenen und 1989 verstorbenen Autors erstmalig in deutscher Übersetzung erschienen. In den verschiedenen Erzählungen werde anhand eines Dorfes mit fiktiven Namen ein Portrait einer sizilianischen Dorfgemeinschaft erstellt, deren Alltag von Armut, Korruption, Gewalt und Ausweglosigkeit geprägt ist: "Sizilien eben, bitter und von Gott verlassen", fasst Jauch zusammen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2002

Winfried Wehle spürt in Sciascias erstem Buch, das ihn in den 50-er Jahren berühmt machte und nun auf deutsch erschienen ist, vor allem das große Engagement, mit dem sich der Autor gegen die herrschenden Verhältnisse wendet. Die Erzählungen, die alle in einem kleinen sizilianischen Ort spielen und vom harten Leben und seinen Mängeln berichten, sind dabei weder "naturalistische Genremalerei" noch "literarische Feinkost", betont Wehle. Er erkennt beim Autor einen Drang nach Aufklärung, den ihm mancher Kritiker allerdings schon zum Vorwurf gemacht hat, weil keinerlei Lösungsvorschläge für die beschriebene Misere geboten werden. Was das Buch für den Rezensenten vor allem "interessant" macht, ist das Ringen um "Glaubwürdigkeit", die, wie er erklärt, nach dem Weltkrieg verloren gegangen ist und sich erst einen neuen Stil schaffen musste. Den findet er in Sciascias "nüchterner, ebenerdiger Sprache", die sich am Faktischen orientiert. Trotzdem haben seine Erzählungen keinen reinen Dokumentarcharakter, meint der Rezensent. Das sieht er vor allem darin begründet, dass sich der Autor mit den Figuren seiner Geschichten auf eine Stufe stellt und sich klar als "Sympathisant" herausstellt. "Engagierten Literatur" operiert an einer sensiblen Grenze", das liegt für Wehle auf der Hand. In ihrem "Werkstattcharakter" liegt für ihn das "Anziehende, Gewinnende" dieser Erzählungen begründet, in denen der Autor seine "Befunde" über die Wirklichkeit gesammelt hat.
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