Leonhard Hieronymi

MOSTRO

Pinocchio-Eis in Deutschland
Cover: MOSTRO
Starfruit Publications, Nürnberg 2021
ISBN 9783922895480
Gebunden, 192 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Mit Fotografien von Christian Metzler. Es gibt Bücher, die von ihren Autorinnen und Autoren nur aus einem einzigen Grund geschrieben wurden: Sie wollten es in ihren eigenen Bücherregalen stehen sehen, sie wollten es ihren Freunden schenken, sie wollten glücklich sein und konnten nicht glücklich sein, solange sie wussten, dass es dieses Buch nicht gibt.Ein solches Werk ist MOSTRO: Es gab bisher noch kein Buch über die seltsamste Figur in den Eisdielen zwischen Reinbek und Memmingen, jetzt gibt es ein Buch über Pinocchio-Eisbecher in Deutschland! Und das in einer Zeit, in der sich alle nach bunten Bildern sehnen, nach gefüllten Cafés und exotischen Abenteuern, die süchtig machen wie Heroin - wie Zucker, Speiseeis und Glück!Der Autor Leonhard Hieronymi reist mit seinem ehemaligen Schulfreund - dem Fotografen und Analysten Christian Metzler - in neun Tagen auf einer Strecke von über 2.500 Kilometern durch alle Bundesländer der Republik, um so viele Pinocchio Eisbecher wie möglich zu fotografieren und zu essen. Aus ihrem künstlich erzeugten Blickwinkel sehen sie, was Deutschland eint. Sie finden heraus, wie es sich anfühlt, das selbstbestimmte Handeln einem absurden Ziel unterzuordnen, dessen Erfüllung von Anbeginn an unmöglich ist. Sie werden zu Getriebenen, treffen alte Freunde und seltsame Fremde, werden zuerst selbst verrückt und dann verrückt nach Eis.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2021

Rezensent Felix Stephan muss sich bei seiner Lektüre dieses Bandes gefragt haben, ob das ein Witz sein soll. Denn ein wenig skurril erscheint es schon: Der Schriftsteller Leonard Hieronymi und der Fotograf Christian Metzler haben sich zusammengetan, um in jedem deutschen Bundesland insgesamt zweihundert Portionen Pinocchio-Eis zu essen und zu fotografieren, erklärt der Rezensent. Das Ergebnis sei nicht die farbenfrohe Sammlung süßer Leckereien, die man erwartet. Vielmehr lade der Anblick missglückter Eisbecher die beiden zu "alltagssoziologischen" Überlegungen ein. Nach Grübeleien über den Zusammenhang von Ästhetik und Moral fragt sich Stephan, ob es nicht eher die Autoren sind, die solche Gedankenexperimente beeinflussen. Diese Ungereimtheiten sprechen "unbedingt für das Buch", meint der Rezensent.

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