Leye Adenle

Zügel der Macht

Ein Lagos-Thriller
Cover: Zügel der Macht
InterKontinental Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783982328188
Kartoniert, 360 Seiten, 24,50 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Yasemin Dinçer. Lagos, Nigeria. Vor einem Club in der Nähe eines der größten Hotels auf Victoria Island wird der verstümmelte Körper einer Frau gefunden. Die Polizei nimmt Guy Collins fest, einen ahnungslosen britischen Journalisten, der als Wahlbeobachter in Nigeria ist, und nur zufällig am Tatort. Zu seiner Überraschung wird er von einer fremden Frau namens Amaka aus dem Gefängnis gerettet. Wer ist sie? Welches Interesse hat sie an dem Journalisten? Gemeinsam können Amaka und Guy schließlich dem Mörder der jungen Frau auf die Spur und tauchen dabei immer tiefer ein in die skrupellose Welt der Reichen und Mächtigen der Lagunenstadt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.10.2024

Sehr knapp, aber angetan bespricht Sonja Hartl diesen Thriller dem nigerianischen Autor Leye Adenle, der Auftakt zu einer Trilogie ist. Die Kritikerin folgt hier dem weißen britischen Journalisten Guy Collins, der gerade auf in Lagos weilt, als ein Mord an einer Prostituierten passiert. Mit Hilfe der Anwältin Amaka darf Guy die Polizeistation verlassen, im Gegenzug soll er sie beim Schutz von Prostituierten unterstützen, resümiert die Rezensentin. Gewalt gegen Frauen, unter Mächtigen und Kriminellen spielt in diesem "harten, dreckigen" Thriller eine große Rolle, warnt Hartl vor, die aber eine klare Leseempfehlung ausspricht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2024

Dass Lagos große Probleme mit der Globalisierung hat, lässt sich für Kritikerin Katrin Doerksen überzeugend im nun auf Deutsch erschienenen Auftakt der Trilogie von Leye Adenle nachlesen: Im Zentrum steht ein weißer Journalist, Guy Collins, der auf ironische Weise als "White Savior"-Stereotyp entwickelt wird und der für eine Zeitung über die Wahlen in Lagos berichten soll. Ihm gegenüber steht die Anwältin Amaka, die Sexarbeiterinnen beschützt und die für Doerksen die eigentliche Heldin des Romans ist. Des Weiteren kann sie das Talent des Autors nachvollziehen, falsche Fährten zu legen, die den Leserinnen und Lesern ihr klischeebelastetes Verständnis von Westafrika aufzeigen. Die Vorurteile werden in diesem in diesem facettenreichen, spannenden Buch zwischen Superreichen, No-Go-Areas und den ganz normalen Durchschnittsleuten jedenfalls konterkariert, schließt Doerksen.

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