In "schlaglichter" verwebt Lisa Sommerfeldt die Geschichten ihrer Protagonist:innen zu einem dichten Roman in 22 Erzählungen. Alle sind von Sehnsucht getrieben, aber oft in beklemmenden Beziehungen gefangen. Wie können sie sich daraus befreien? Oder gelingt vielleicht sogar eine Verständigung zwischen den Figuren, deren unterschiedliche Realitäten im Roman auch durch verschiedene Sprachwelten sichtbar werden? Lisa Sommerfeldt wirft Spots auf ihre Protagonist:innen, die für eine Zeit im grellen Licht dastehen und alles preisgeben. Hier muss man mit Schlägen rechnen, die ausgeteilt oder eingesteckt werden, aber manchmal blitzt etwas Schillerndes wie Pailletten auf.
Dieser "Roman in 22 Erzählungen" aus der Feder der Theaterautorin Lisa Sommerfeldt kann bei Rezensent Cornelius Wüllenkemper leider nicht bestehen. Zwar macht er einige "temporeiche Dialoge" und "analytische Klarheit" aus, allzu viel bleibt jedoch auf der Strecke. In lose verbundenen Episoden schildert die Autorin die Schicksale ihrer Figuren, viele davon Frauen, die alle in der ein oder anderen Weise von Männern unterdrückt werden. So zum Beispiel Meret, die auf Wunsch ihres Mannes ihre Sängerkarriere an den Nagel hängen musste. Die Autorin versucht hier ein "gesellschafts- und explizit männerkritisches Programm" zu verwirklichen, wird dabei jedoch der literarischen Seite ihres Unterfangens nicht gerecht, findet der Kritiker: platte Figuren, dramaturgische Unklarheiten und dabei ein allzu plakativer Umgang mit der behandelten Thematik - Wüllenkemper ist nicht überzeugt.
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