Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Sie ist Autorin, Mitte vierzig, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, und obwohl ihre Beziehungsversuche meist scheitern, fühlt das Leben sich sehr behaglich an: Barcelona, der Sommer am Meer, die Körper, die Bars, eine beherzte Leichtigkeit. Bis ein Gespenst sie überfällt, eine jähe Erinnerung: an Gema, die allerbeste Kindheitsfreundin, die fünfzehnjährig unrettbar an Krebs erkrankte. Was wäre wohl aus ihr geworden? Wann hatten sie und Gema einander zuletzt gesehen? Und warum ist die Erinnerung an die verlorene Freundin so verblasst? Um dieser plötzlichen Erscheinung nachzuspüren, macht sie sich auf die Suche, geht Fotoalben durch und alte Schülerzeitungen, spricht mit den damaligen Freundinnen. Doch keine scheint sich zu erinnern. Keine außer ihr selbst - oder bildet sie sich das alles nur ein? Meine verlorene Freundin handelt von der Vergangenheit, die wir vergessen haben und die uns immer wieder heimsucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.10.2022
Die Ich-Erzählerin dieses Romans ist keine liebenswerte Person, offenbart Rezensentin Sylvia Staude. Verwöhnt, ein privilegierter Snob, der sich mehr für Klamotten interessiert als für Menschen. Das interessante daran: Sie weiß es und empfindet es offenbar als Mangel. Jedenfalls versucht sie der letzten Begegnung mit einer offenbar todkranken Freundin nachzuspüren. Aber was sie wirklich sucht, kann Staude auch nicht sagen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.06.2022
Rezensentin Victoria Eglau bereut die Lektüre von Milena Busquets neuem Roman nicht. Wenn ihr die katalanische Autorin aus der Ich-Perspektive von einer Übersetzerin erzählt, die sich auf obsessive Spurensuche im Leben einer verstorbenen Freundin begibt, vor allem aber über Männer, Sex, Arbeit und Kinder sinniert, fühlt sich die Kritikerin gut unterhalten. Denn Busquets schreibt offen und ironisch, "lässig-elegant" und mit klugem Witz, versichert sie. Dort, wo es um den Tod der Freundin geht, bleibt es aber doch recht oberflächlich, räumt Eglau ein.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…