Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. Hoch über dem Gewimmel der Stadt gibt es wache Augen, die alles sehen. Und kleine Hände, die die Uhr anhalten können. Als Liesel sieht, dass die Stadt eine Atempause braucht, weiß sie: Es ist Zeit, die Uhr anzuhalten und ein bisschen zu helfen. In diesem Moment zwischen Tick und Tack kümmert sich Liesel um ihre Mitmenschen, um die Tiere, um ihre Stadt. Sie tut kleine Dinge, die der Stadt und ihren Bewohnern wieder Farbe, Leben und Freude geben. Ganz im Sinne von Michael Endes Momo erinnert dieses poetische Bilderbuch daran, wie wichtig es ist, innezuhalten und sich Zeit zu nehmen für die kleinen und doch so wichtigen Gesten des Alltags.
Im Bereich der Kinderbücher beobachtet Christine Knödler die Tendenz, "so genannte große Fragen" zu stellen, etwa nach dem richtigen Leben, dem Umgang mit der Erde, mit dem Tod. Kinder zu kriegen ist ein plausibler Anlass, über diese Dinge nachzudenken, und der Wunsch, sie Kindern zu vermitteln, ist verständlich, meint die Rezensentin. Ob der Umgang mit diesen Erwachsenenthemen für Kinder allerdings bereichernd ist und, noch wichtiger, ob Kinder überhaupt Freude an diesen Büchern haben, ist für Knödler hingegen fraglich. Wenn Louise Greig und Ashling Lindsay in "Zwischen Tick und Tack" beispielsweise in poetischen Texten Innehalten und Entschleunigung propagieren, dann ist das für Kinder nicht nur inhaltlich kaum verständlich, sondern auch lebensweltlich schwer nachvollziehbar: die "Erwachsenen-Sehnsucht", aus der Hektik des Alltags auszubrechen, ist den im Augenblick lebenden Kindern fremd, glaubt die Rezensentin.
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