Matthes und Seitz, Berlin 2026
ISBN
9783751810593 Gebunden, 168 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Milena Adam. Ariane ist eine junge Journalistin, die sich auf lokale Kriminalfälle spezialisiert hat. Seit zwei Jahren arbeitslos, lebt sie zurückgezogen in ihrer Wohnung und meidet die Außenwelt, bis sie eines Tages von Sandrine, ihrer besten Freundin von früher, zu deren Verlobungsfeier im Stadtwald eingeladen wird. Damit sie sich nicht im weiten Grün verliert, teilt Sandrine ihren GPS-Standort mit ihr. Ariane bringt den Abend hinter sich, doch am nächsten Morgen ist Sandrine spurlos verschwunden. Alles, was von ihr bleibt, ist der rote Punkt im GPS, der sich immer weiter vorwärts bewegt … und den Ariane nicht mehr aus den Augen lässt. Die Ansammlung von Pixeln wird für sie zu einer Obsession, zu einem Strudel, der alles in sich aufsaugt. Bis der Punkt plötzlich stehen bleibt.
Lucie Ricos neuer Roman ist für die Rezensentin Gisa Funck eine ziemlich überzeugende "digital hochgetunte Schauergeschichte": Die Protagonistin Ariane wird von ihrer besten Freundin Sandrine zu ihrer Verlobungsfeier eingeladen, doch danach ist Sandrine verschwunden und alles, was von ihr bleibt, ist das GPS-Signal ihres Handys, dem Ariane nun hinterherirrt. Als kurz darauf eine verkohlte Frauenleiche gefunden wird, scheint es sich um Sandrine zu handeln, aber das GPS-Signal leuchtet weiter - Funk liest in Arianes Obsession eine gelungene Auseinandersetzung mit den Abgründen der menschlichen Psyche im Internet-Zeitalter, deren psychotischer Charakter sich noch dadurch verstärkt, dass sie in Du-Form geschrieben ist. Die Kritikerin lässt sich gerne in die verdrehte Welt der Protagonistin hineinziehen und liest diesen originellen, spannenden Roman über ein "GPS-Gespenst" auch als Kritik an Internet- und KI-Kultur.
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