Lucy Fricke

Ich habe Freunde mitgebracht

Roman
Cover: Ich habe Freunde mitgebracht
Rowohlt Verlag, Reinbek 2010
ISBN 9783498021306
Gebunden, 192 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Henning liebt Martha. Wenn sie im Radio von Terroranschlägen und Bankenpleiten berichtet, hat ihn das noch immer beruhigt. Auch an ihre jährlichen Fluchten hat er sich gewöhnt. Aber plötzlich geht es um alles. Zeit, mal wieder mit Jon einen trinken zu gehen. Der fürchtet Betty. So brutal, wie sie schweigen kann, wird er sich niemals prügeln können. Während Jon sich in der Rolle eines deutschen Dichters auf seinen Durchbruch vorbereitet, verliert das Scriptgirl Betty auf einem anderen Filmset die Beherrschung, ihren Job und ihren nicht mehr ganz so jungen Liebhaber. Keinesfalls absichtlich finden sich die vier im selben Fluchtauto wieder, und eine kurze Strecke wird zur großen Fahrt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.10.2010

Nach der Lektüre von Lucy Frickes Roman "Ich habe Freunde mitgebracht" ist Katharina Granzin hin- und hergerissen. So "treffend" schildere die Autorin die Lebenssituation ihrer vier Mittdreißiger, dass sich die Rezensentin schnell wiedererkennt: der Druck endlich etwas "Richtiges" aus seinem Leben zu machen, euphorische Phasen nach beruflichen Durchbrüchen oder Schwangerschaften, wieder enttäuschte Erwartungen durch Burn-outs, kaputte Beziehungen oder Fehlgeburten; dies alles muss ja zwangsläufig auf eines hinauslaufen: den altbekannten "Spießertraum" vom Aussteigen, muss die Kritikerin dann aber feststellen. Dass Frickes Protagonisten diesen dann auch tatsächlich durchziehen und mit einem alten Wohnmobil einfach verschwinden, findet Granzin dann geradezu "erbärmlich". Viel zu "märchenhaft" sei dieses Ende, den schmerzhaften Prozess des Erwachsenswerdens hätte Fricke ihren Figuren ruhig zumuten dürfen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2010

Kunstlos, aber gut gebaut findet Oliver Jungen diesen zweiten Roman von Lucy Fricke aus dem "gutgelaunten Berlin der Thirtysomethings" mit ihren Beziehungs- und Jobproblemen "bei den Medien" (gähn). Erstaunlich: Obwohl Jungen die Verfilmung mit Moritz Bleibtreu schon vor sich sieht und er die "moralische Neutralität" (Indifferenz!) der Erzählhaltung preist, hält er das Buch für schön, weil "arithmetisch" konstruiert. Jungen muss wirklich heftig gute Laune haben.
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