Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2003
Kreuz und quer bewegt sich der Schriftsteller Luigi Malerba durch das weite Feld der Geschichte des Traums. Von der Apokalypse des Johannes bis Nietzsche, von den Surrealisten bis George Steiner kommt bei weitem, so die Rezensentin Barbara Castoir, nicht alles vor, wie könnte es, aber viel und vieles. Malerba hat als Drehbuchautor angefangen, also überrascht es nicht, dass ihn die Beziehung des Traums zum Film besonders interessiert, aber die Antike mit ihren Traumweissagungen hat ebenso ihren Platz wie grundsätzliche Fragen nach der Struktur, nach einer "Sprache" des Traums. Zwar, meint Castoir, ist das Material in diesem Band etwas "wild ausgestreut", aber gerade in der "Subjektivität" des ganzen liege auch ein Reiz. Die Rezensentin jedenfalls hat das Buch "mit Gewinn" gelesen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2002
Den deutschen Titel sollte man am besten gleich wieder vergessen, meint die Rezensentin Alice Vollenweider etwas irritiert. Denn es sei "unverständlich", warum hier von "Kunstwerk" die Rede sei, wenn Malerba lediglich auf die Komposition der Träume zu sprechen komme und die Frage nach einer "Verwandtschaft zwischen Traum und Dichtung" bestenfalls "streife". Malerba, so Vollenweider, vertritt nicht die These, der Traum sei ein Kunstwerk - aus dem einfachen Grund, dass er gar keine These vertritt. Er greife vielmehr bestehende Thesen an, wie etwa Freuds Traumdeutung und die surrealistische "ecriture automatique". Nicht der latente, aus der Interpretation hervorgehende Inhalt der Träume interessiert ihn, so die Rezensentin, sondern der "manifeste", in seiner phantastischen Anordnung "ohne Vergangenheit und Zukunft in einer Gegenwart, die von Ferne umhüllt ist". Dass Malerba eine Art Katalogisierung der Träume vornehme, die "wenig Neues" bringe, leuchte höchstens ein als "Vorwand, Träume zu erzählen". Für Malerba ist der Traum letztlich eine Möglichkeit, aus einer positivistisch vermessenen Welt auszubrechen und "aus dem Dunkel des Nichts" erlöst zu werden, meint Vollenweider.
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