Der spanische Klassiker, in seinem Heimatland jedem Kind in seinem Inhalt vertraut, wurde erstmals ins Deutsche übersetzt von dem renommierten Romanisten Hartmut Köhler. In einer innovativen Edition sind der vollständige Roman und ein 80-seitiger Kommentar publiziert. Auf drei CDs, umrahmt mit spanischer Musik aus dem 17. Jahrhundert, liest der Übersetzer die phantastisch-liebenswürdige Erzählung. Ein Roman von weltliterarischen Rang wurde damit auch dem deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2006
Wenn sich der Teufel in solch reizvoller Gestalt präsentiert, lässt man ihn gerne zu sich ins Haus, verkündet der Rezensent Iso Camartin nach der Lektüre von Luiz Velez de Guevaras "Der hinkende Teufel", einer Satire aus dem Jahre 1641, die jetzt erstmalig in deutscher Übersetzung vorliegt. In seiner "so witzigen wie gelehrten" Erzählung um den spanischen Studenten Cleofas, der das teuflische Hinkebein aus einer Fiole befreit und von diesem zum Dank durch das Spanien des Dreißigjährigen Krieges geführt wird, nehme Velez de Guevara seine eigene Zeit aufs Korn und brilliere mit der "sprachspielerischen Kunst des klugen Weltbeobachters". Und ebendieser sprachliche Reichtum erreiche auch den deutschsprachigen Leser dank der kongenialen Übersetzung von Hartmut Köhler und des unverzichtbaren Anmerkungsteils, der dem Leser erschließe, wie geschickt und trickreich sich der gesellschaftskritische Autor an den kirchlichen und staatlichen Instanzen der Zensur vorbeischiffe. Wer die Welt des 17. Jahrhunderts mit ihrer "geradezu irrsinnigen Mischung von Standesdünkel und Frömmigkeit, von Leidensbereitschaft und Genusssucht" kennenlernen will, der muss dieses Buch unbedingt lesen, drängt der Rezensent. Und obendrein erwarten ihn sogar noch drei CDs, auf denen er dieses kleine Meisterwerk als Hörspiel mit musikalischer Untermalung goutieren kann.
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