Eingeleitet, übersetzt und mit interpretierenden Essays versehen von Martin Ebner, Holger Gzella, Heinz-Günther Nesselrath und Ernst Ribbat. Die "Lügenfreunde" des griechischen Satirikers Lukian (2. Jh. n.Chr.) - ein humorvoller und lebendiger Dialog über den menschlichen Hang zu Aberglaube und Wundergeschichten - liegt jetzt als zweisprachige Ausgabe mit Einführung, Kommentar und Essays vor und wird so auch dem modernen Leser zugänglich gemacht. Speziell Theologen ermöglicht die Schrift, neutestamentliche Wunder- und Erscheinungsgeschichten im Spiegel der skeptischen Kritik eines aufgeklärten Spötters aus dem 2. Jh. zu lesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2002
In seinem "Lügenfreund" ergießt der große Satiriker des zweiten Jahrhunderts, Lukian seinen Spott über die Gebildeten, die ihre gläubige Freude an haarsträubenden, absurden Geschichten haben, berichtet Rezensent Marius Reiser. Er sieht hier deutliche Parallelen zu den "sagenhaften Geschichten von heute", die Rolf W. Brednich gesammelt hat ("Die Spinne in der Yucca-Palme"), insbesondere da Brednichs Gewährsleute oft genug gutgläubige Akademiker sind. Vorliegende Ausgabe des "Lügenfreunds", einer "unterhaltsamen und kulturgeschichtlich interessanten Schrift", bietet laut Reiser neben dem Text mit "flotter Übersetzung und kommentierenden Anmerkungen" auch eine Einführung in Leben und Werk des Autors und eine Reihe von Essays über Lukians Verhältnis zur Philosophie, zur Magie und Lukians Nachwirkung. Nur ein Essay über das intellektuelle Milieu des zweiten und dritten Jahrhunderts fehlt, bedauert Reiser. Stattdessen findet sich mit Martin Ebners Vergleich von Lukians Zaubergeschichten mit den Wundergeschichten des Neuen Testaments ein regelrecht "verunglückter Beitrag".
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