Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer. Das Alter und seine Folgen. Der Ich-Erzähler lebt zurückgezogen und bescheiden - wie es sich für einen selbsternannten Philosophen gehört - in einem Provinznest, fernab von allem, vor allem von seiner Mutter. Die steht jedoch eines Tages unvermittelt vor seiner Tür. Sie ist sechsundachtzig und eine hilflose Greisin. Er nimmt sie auf, und es beginnt, was man häusliche Pflege nennt, was in Wahrheit aber oft ein Martyrium ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2006
Kurios, verschwurbelt, teilweise sogar lächerlich findet Rezensent Thomas Laux dieses Buch, in dem Lydie Salvayres ihren namenlosen Erzähler gegen Descartes antreten lässt, und zwar mit einem Furor, der Laux zwar an Celine erinnert, aber bis zum Ende des Buches nicht erklärbar wird. Was also hat der Philosoph getan? Nun gut, er hat Zweifel geschürt, doch dies kann Rezensent Laux beim besten Willen nicht verwerflich finden. Besonders seltsam erscheint ihm dann die Methode des Erzählers, mit Freud den armen toten Descartes zu analysieren und ihm eine Zwangsneurose zu attestieren. Auch die Funktion der Wahrsagerin Mila erscheint dem Rezensenten nicht weiterführend. Sie soll Descartes' gedanklichen Konstrukten offenbar die menschliche Seite entgegenstellen. Der Rezensent rätselt schließlich seinerseits, was für innere Konflikte die Autorin hier geritten haben.
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