Maarten 't Hart

Das Pferd, das den Bussard jagte

Erzählungen
Cover: Das Pferd, das den Bussard jagte
Arche Verlag, Zürich - Hamburg 2002
ISBN 9783716022955
Gebunden, 320 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg. Der bibelfeste Vater, der verliebte Biologe, das Pferd, das den Bussard jagte, das russische Konzert, der herzkranke Schriftsteller, der auf seinem Fahrrad fünfmal bei Rot über die Kreuzung fährt - der ganze Kosmos von Maarten 't Hart entfaltet sich in diesen sechzehn komischen und ernsthaften Geschichten, die der Autor eigens für diese Ausgabe zusammengestellt hat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.03.2003

Aus mehr als 200 Erzählungen hat Maarten 't Hart zwölf Geschichten, Novellen fast, zusammengestellt, die alle in der calvinistischen Frömmigkeit seiner Heimatstadt Maassluis beheimatet sind. Rezensent Dieter Borchmeyer fragt sich zwar bisweilen, was uns diese mondferne holländische Provinz mit ihren anachronistischen religiösen Vorstellungen eigentlich angeht, doch losreißen kann er sich von den Geschichten nicht. Denn t' Hart ist für ihn einfach ein hinreißender Erzähler, dem er gewillt ist, alles abzunehmen, erst recht, wenn er ein solch "reiches Spektrum von Menschenschicksalen im Kleinformat einer Provinzstadt" ausbreitet. Als grandioseste Erzählung lobt Borchmeyer die Geschichte vom tragischen Schicksal eines Pastors, der die Hölle so gewaltig zu schildern verstand, dass man die Kirche mit Brandblasen verließ, dem allerdings die Sinnlichkeit zum Verhängnis wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2002

Die Auswahl dieser zwölf Erzählungen hat der auch hierzulande erfolgreiche Autor aus den Niederlanden ("Das Wüten der ganzen Welt") für die deutschen Leser selbst übernommen, teilt Sabine Brandt mit. Es sei kein Geheimnis, schreibt sie weiter, dass t'Hart für seine Bücher stets aus dem eigenen Leben geschöpft habe, und so sei dieser Erzählungsband nicht nur ein Querschnitt durch sein Werk, sondern auch ein Schnelldurchlauf durch seine Lebensgeschichte. Die ersten Geschichten befassen sich also mit den ärmlichen Kindheitsjahren in Maasluis, wo t'Hart als Sohn eines Totengräbers aufwuchs, dem die Laufbahn eines Biologen und Verhaltensforschers, die er vor seiner zweiten Karriere als Schriftsteller absolvierte, keineswegs in die Wiege gelegt war, wie Brandt meint. Die calvinistisch geprägte Welt seiner Kindheit porträtiere er in nahezu satirischer Manier, ohne sich darüber zu erheben. Überhaupt sei ihr im Verlauf der Geschichten erst klar geworden, behauptet Brandt, dass t'Hart stets Heiteres mit Ernstem mische, besonders wenn es um ihn selber gehe. Wie etwa in der Geschichte, in der ein Biologe einen Vortrag über tierisches Balzverhalten halten soll und sich selbst in eine Kollegin verliebt. Alle Geschichten berichteten Alltägliches aus durchschnittlichen Milieus, seien aber zugleich "hochinteressante Charakterstudien", schließt Brandt emphatisch.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.04.2002

Die zwölf Erzählungen des 1944 geborenen niederländischen Schriftstellers und Biologen Maarten 't Hart sind für Hermann Wallmann "eine Art episodischer Autobiografie". Die erste beginne mit der Geschichte über einen siebenjährigen Jungen, der sich in einem Gottesdienst "mit gespannter Aufmerksamkeit" langweile, am Ende stehe ein älterer Mann mit Herzrhythmusproblemen, berichtet der Rezensent. So sehr ihm der Band gefällt, so sehr bedauert er aber auch, dass der Autor eine seiner bekanntesten Erzählungen über Ratten, eine "hinreißende Tier-Mensch-Parabel", hier nicht veröffentlicht hat. Die zwölf Erzählungen aber seien mit einer "unprätenziösen Virtuosität" geschrieben, ohne dass auch nur eine von ihnen sich "in der Demonstration einer Methode" erschöpfen würde. Jede von ihnen, staunt der Rezensent, habe einen festen Platz im Leben des Autors.
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