Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2001
Ach, ein hoffnungsloses Unterfangen, dieses Buch! Aber irgendwie gelungen. Was hier so paradox klingt, macht schon Sinn, wenn Axel Henrici uns das auseinandersetzt. Nämlich: Ein Buch das uns unseren Musikgeschmack zurechtbiegen will, einen eigenen Hit-Kanon der Hundert erstellt, das kann ja nur schief gehen - einerseits. Andererseits aber überzeugen die bloßen Fakten unseren Rezensenten in einer Weise, die ihn uns den Band (zu dem es übrigens auch eine Doppel-CD gibt) empfehlen lassen. Da wären zunächst die Abbildungen der Original-Covers der einzelnen Platten: Großartig, freut sich Henrici, weil, wie er erklärt, "viele der all time favourites bereits seit langer Zeit vergriffen (sind)"; dazu gibt es "aktuelle Interviews" mit den Helden von einst, über die sich der Rezensent nicht weniger zu freuen scheint, und schließlich sieben Kurzessays, die das Ganze nicht bloß "auflockern", sondern "sich an der historischen Einordnung des deutschen Liedgutes der letzten dreißig Jahre (versuchen)". Dass die Beiträge qualitativ variieren ("phrasenschweinverdächtige Elogen" neben "klugen Charakterisierungen"), scheint Henrici sogar als Plus zu verbuchen: "Die ganze Bandbreite musikjournalistischen Schreibens in Deutschland eben."
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