Aus dem Persischen von Bahman Nirumand. Gholam ist kein Bauer wie die anderen Männer in diesem kargen Dorf am Rande der Salzwüste. Er wohnt in der Karawanserei und im Dorf herrscht einhellig die Meinung, Gholam sei ein Taugenichts und Schlendrian und für keine Arbeit zu gebrauchen. Seit Jahren sehnt er sich jedoch nach einem eigenen Acker und so setzt er alles daran, der schönen Witwe Adeleh den Pachtvertrag ihres Grundstücks abspenstig zu machen. Aber diesen Boden bewirtschaftet seit vielen Jahren Baba Sobhan, der zähe und gütige Alte, mit seinen beiden Söhnen Saleh und dem jüngeren, wilden Mossajeb. Das Verhängnis beginnt, als Adeleh Gefallen an Gholam findet und Baba Sobhan kompromisslos die Pacht aufkündigt. Auf dem Dorfplatz, bei der Teebude, vor der versammelten Dorfgemeinschaft, vollzieht sich die unausweichliche Tragödie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2000
Als großen "Epiker klassischen Zuschnitts" stellt Stefan Weidner den iranischen Dichter auf eine Stufe mit Balzac oder Tolstoi. Ein Chronist seines Landes und der Menschen, denen sonst keiner eine Stimme verleihen würde. Um so mehr irritiert den Rezensenten, dass diese Erzählung vom Verlag als Roman ausgegeben wird, und prompt zeigt er sich auch enttäuscht: Anrührend findet Weidner diese Geschichte eines dörflichen Streits um ein Stück Pachtland, mehr aber auch nicht. Innerhalb eines größeren Zusammenhangs würde diese Episode nicht negativ auffallen, schreibt er weiter, so aber, für sich allein stehend, erscheint sie dem Rezensenten zu dürftig, nicht genügend ausgearbeitet. Wer den großen iranischen Dichter noch nicht kenne, meint Weidner, solle besser mit dessen richtigen Romanen den Anfang machen.
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