Manfred Peter Heins Poesie hat lange im Schatten der Wahrnehmung des Übersetzers und Mittlers gestanden, doch in jüngster Zeit werden die hermetische Strenge seiner Poesie, ihre vielfältigen Bezüge zur weltliterarischen Tradition und ihre thematische Beharrlichkeit als singuläre Erscheinungen zeitgenössischen Dichtens erkannt. Abseits vom Medien- und Diskursgedudel der Metropolen, unabhängig von Befindlichkeits- und Political-correctness-Ritualen hat da ein an die nordöstliche Peripherie Europas Verschlagener sich seinen ganz eigenen Reim gemacht auf das auspendelnde Jahrtausend und dessen finstere Ungeheuerlichkeiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2001
Wulf Segebrecht bietet in seiner Rezension auch einen Überblick über Heins Lebenswerk und Biografie, um dem Leser einige wichtige Hintergrundinformationen zu diesem Gedichtband an die Hand zu geben. So spielt nach Segebrecht Heins Liebe zu den skandinavischen und baltischen Staaten - bedingt durch Heins Erziehung als Sohn eines glühenden Nationalsozialisten - eine besondere Rolle in seinem Werk, wie der Leser erfährt. Der Blick Heins "nach Osten" ist nach Ansicht des Rezensent von einer Intensität, die sonst in der deutschen Literatur nur von Günter Grass und Johannes Bobrowski bekannt ist. "Wiederholte Positionsbestimmungen, Beschreibung der Kälte und Kommunikationslosigkeit, Reflexionen auf die unheilvolle deutsche und europäische Geschichte" werden, so der Rezensent, hier spürbar. Doch erfordern die Gedichte nach Segebrecht vom Leser auch gehörige Anstrengung und sind nicht leicht zu "entschlüsseln". Antworten geben die Gedichte nach Einschätzung des Rezensenten nicht, es werden lediglich Fragen aufgeworfen. Stilistisch lobt Segebrecht vor allem die Gleichzeitigkeit von Gegensätzen, etwa von "Geschichte und Gegenwart, Ferne und Nähe, Naturbeobachtung und politischer Reflexion", was Hein hervorragend in einer Art "synchronen Sprechens" miteinander verbinde.
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