Kennen Sie das Gefühl, zu wenig Zeit für alles zu haben? Für die Kinder, für den Job, für die Beziehung, für sich selbst? Glauben Sie trotzdem, es sei schon irgendwie hinzubekommen, weil das ja alle behaupten - die anderen Eltern, die Wirtschaft, die Politik? Marc Brost und Heinrich Wefing sagen: Es geht eben nicht. Weder bei den Müttern noch bei den Vätern. Und sie zeigen, warum das so ist. Ein Buch, das mit verbreiteten Illusionen aufräumt und vor allem eines fordert: Ehrlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.04.2015
Zunächst einmal hat Rezensentin Verena Mayer mit Marc Brosts und Heinrich Wefings Buch "Geht alles gar nicht" ein hochaktuelles Werk gelesen, dass die hier sogenannte von Wirtschaft und Politik beschworene "Vereinbarkeitslüge" von Job, Selbstverwirklichung, Familie und Freizeit aus Männersicht schildert. Sie folgt den beiden Zeit-Journalisten in ihrer sich durch zwölf Kapitel ziehende Klage über Job, Selbstverwirklichung, fehlende Zeit, Ökonomisierung und Beschleunigung, liest kulturhistorische Einschübe und "like- und share"-freudige Sätze wie "kapitalism kills love" und versteht den Unwillen der beiden Autoren gegenüber der Politik. Allerdings hätte sich die Kritikerin statt aller Resignation ein wenig mehr Veränderungswillen gewünscht, und zwar nicht nur im Privaten, sondern auch im Politischen.
Peter Praschl kanns gar nicht fassen: Auch Männer mit Windelauftrag haben Probleme - und sie reden drüber! Für Praschl ist klar, wer sich "freiwillig Frauenballast" aufhalst, darf auch meckern. Nur tun das die Autoren Marc Brost und Heinrich Wefing laut Rezensent gar nicht so sehr. Vielmehr gewähren sie einen mit Interviews und Fakten unermauerten Einblick in die Härten engagierten Vaterseins, machen also genau das, was Praschl aus Frauensicht schon bis zum Abwinken kennt. Der Effekt: Sterilisationsgedanken, meint Praschl. Die To-Do-Listen des zwischen Beruf und Kinderalltag zerriebenen Mannes fürchtet er jetzt schon.
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