Marc Buhl

Drei sieben fünf

Roman
Cover: Drei sieben fünf
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783821857824
Gebunden, 280 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Irgendwo am Rande des Schwarzwalds wird der Antiquitätenhändler Paul Cremer mit einer Kugel im Kopf aufgefunden. Doch wie durch ein Wunder überlebt er den Selbstmordversuch und wird in mehreren Operationen gesundheitlich wiederhergestellt. Als er aus dem Koma erwacht, ist er davon überzeugt, 22 Jahre alt zu sein und im Ost-Berlin des Jahres 1989 zu leben, genauer: im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Er erkennt weder seine Ehefrau noch seinen Sohn, und nur mit Mühe ist er davon zu überzeugen, dass es inzwischen den Staat, der ihn willkürlich festgenommen hatte, nicht mehr gibt. In einem schmerzhaften Erinnerungsprozess nähert sich Cremer mit Hilfe eines Neuropsychologen der verloren gegangenen Lebensgeschichte wieder an und entdeckt, wer sein Leben zerstört hat. Ein fast erfolgreicher Selbstmord ist grausam - vor allem, wenn man nicht mehr weiß, warum man es getan hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2008

Am Anfang ist noch alles gut, und Wolfgang Schneider freut sich über den Mut des Autors zum konstruierten Plot, zu einem unversöhnlichen Blick auf die Lebensbedingungen in der DDR und über dramaturgisch gelungene große Szenen. Starke Passagen und interessante Gegenfiguren beschert ihm der Roman von Marc Buhl, in dem die Persönlichkeitsveränderung des letzten Häftlings der DDR rekonstruiert wird. Dieser Geschichte eines Traumas und einer Genesung mit Hindernissen, wie Schneider den Plot umschreibt, kann er einiges abgewinnen. Bis der Autor dem Text zu viel Bedeutung zumutet und dem Rezensenten Mysterien, Zufälle, "intertextuelle Relevanzerhöhungsmaßnahmen" und ein "hauruckhaftes" glückliches Ende auftischt. Schneider trauert um ein anfangs vielversprechendes Buch mit verunglückter zweiter Hälfte.
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