Auch nach fünf Jahren in Afrika sind es einfache Menschen und ihre Schicksale, die den Korrespondenten Marc Engelhardt am meisten interessieren. Ihre Geschichten beschreiben am besten, welche Folgen "große" Ereignisse oder schwelende Konflikte tatsächlich haben. Da ist der Bibliothekar Saif Islam, der in der mauretanischen Wüste jahrhundertealten Büchern beim Verfall zusehen muss, obwohl er sie so sehr liebt, dass er die darin enthaltenen Verse vorsingen kann. Der ugandische Jugendliche Deogratius Okema, der den Kindermörder verehrt, der ihn selbst verschleppte und zwang, seine eigene Familie zu ermorden. Oder der Berliner Architekt Martin Grütters, der in einer der unwirtlichsten Gegenden Afrikas im Alleingang versucht, Entwicklungshilfe zu leisten und dabei an der eigenen Hilfsbereitschaft zu scheitern droht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.09.2009
Das Urteil von Rupert Neudeck fällt kurz aus: "Informativ" und "vergnüglich zu lesen" seien die 18 Afrika-Reportagen von Marc Engelhardt. Gut gefällt dem Gründer des "Komitees Cap anamur" auch die Auswahl, die ihren Fokus gerade nicht auf die arabischen Länder oder Südafrika legt. Leere Großhotels in Simbabwe, Krieg um Böden in Kenia - Berichte von den fatalen Zuständen und einer gescheiterten Entwicklung in Afrika seit 1960, die für Neudeck alle gut und kritisch recherchiert sind. Einzig die Stammeszugehörigkeit des Premierministers Simbabwes muss er korrigieren.
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