Eine aktuelle Reportage aus dem krisengeschüttelten zentralafrikanischen Kongo. Die Hauptfigur, an der Albrecht Heise seine Stories aufhängt, ist Hans, der in den siebziger Jahren vor dem deutschen Staatsanwalt in den Kongo floh und dort heute als angesehener Geschäftsmann lebt. Umgeben von Chaos, Krieg und Kriminellen hat er sich in Kinshasa ein neues Leben eingerichtet und hofft, dass die vom Westen erzwungenen Wahlen nun bloß nicht das Ende der Diktatur bedeuten. Denn das wäre gleichzeitig das Ende seiner guten Geschäfte. Entlang dieser ungewöhnlichen Geschichte einer zweifelhaften Karriere beschreibt Albrecht Heise das Land, das mit Europas Hilfe jetzt zur Demokratie finden soll - nach mehr als vierzig Jahren Diktatur. Und er zeigt, woran das Projekt zu scheitern droht: an der Habgier schwarzer und weißer Kriegsgewinnler, an der Naivität und Verzagtheit westlicher Politiker und Helfer, am Fehlen eines Plans zu wirklicher Entwicklung. Dabei kennen kluge Afrikaner durchaus einen Weg zur Rettung ihres reichen Kontinents. Doch damit wäre das gute Leben nicht nur für Hans zu Ende, sondern auch für seine schwarzen Freunde an den Hebeln der Macht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2007
Rupert Neudeck scheint entsetzt über die Illusionslosigkeit und Schonungslosigkeit, mit der Albrecht Heise die Zustände im Kongo schildert. Allerdings ist es ebendiese um politische Korrektheit wenig besorgte Darstellungsweise, die er für angemessen hält. So, meint er, wird das Buch erst zur Pflichtlektüre für Politiker und echte Freunde des afrikanischen Kontinents. Über Desaster, wie den Entwicklungshelfertourismus und "vier sinnlose Monate Bundeswehreinsatz" liest Neudeck mit Entsetzen und weiß dabei genau: Hier schreibt kein Rassist, sondern ein Realist.
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