Die Reportagen des Schriftstellers und Journalisten Marc Fischer. Fischer zeigt uns, dass gute Geschichten überall zu finden sind: in Tokio, Nairobi, Miami, Berlin. Bei Popstars, Models, Politikern. Aber auch unter Freunden, in unserer Vergangenheit, in der Straße, in der wir leben, in uns.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2012
Wiebke Porombka schwärmt von den nun in einer Auswahl gesammelt vorliegenden Reportagen und Interviews des in den Neunzigern rasant zu Ruhm aufgestiegenen Popjournalisten Marc Fischer, der sich 2011 das Leben nahm. Fischers Texte, beobachtet die Rezensentin, sind immer auch ein bisschen "Kleinjungenstreiche" - etwa wenn er eine Tür nach den sexuellen Präferenzen von REM-Sänger Mike Stipe befragt oder Jennifer Lopez erst zur Weißglut treibt, um dann aber selbst vorzeitig und erschöpft das Feld zu verlassen -, vor allem aber immer auch tragikomische "Texte über das Scheitern" beim Nachspüren "mal größerer, mal banalerer" Sehnsüchte, etwa wenn Fischer im Vorfeld eines Treffens mit Katja Riemann den innigen Wunsch notiert, hoffentlich der erste Journalist zu sein, dem sich die wahre Riemann offenbare. Somit handeln Fischers Reportagen, Porombka zufolge, immer auch von ihm selbst im Verhältnis zum "Symptomatischen der Zeit". Der ästhetische Spagat zu einer traurig-komischen, poetischen Prosa gelinge ihnen damit glänzend.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 15.03.2012
"Nun anders" liest Dirk Knipphals diese Sammlung von an unterschiedlichsten Orten erstveröffentlichten Reportagen, nämlich in dem Wissen, dass sich deren Autor, Marc Fischer, dessen rhetorische und dramaturgische "Tricks und Kniffe" Knipphals nicht nur bewundert, sondern im einzelnen auch gern verfilmt sehen möchte, 2011 das Leben genommen hat. Den in Buchform nunmehr unterzogenen "Haltbarkeitstest" bestehen diese Texte - darunter solche über eine Begegnung mit Michael Stipe von REM, einem DJ-Ausflug mit "Die Linke" ins Brandenburgische und anderes - jedenfalls blendend, findet Knipphals und singt ein echtes Lobeslied auf diesen "vor Fabulierlust und Erfindungsfreiheit sprühenden Reporter", der sich auch schon mal einen Trip durch die Berliner Nacht mit Eugen Roth ausmalt und in einem anderen Text die beste Beschreibung von Schwerelosigkeit vorliegt, die man sich überhaupt vorstellen könne, was auch Knipphals selbst ins verzückte Schweben geraten lässt.
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