Aus dem Italienischen von Christine Gräbe. Mit Illustrationen von Kathleen Bernsdorf. Mitte der 1970er entdeckte Natalia Ginzburg dieses literarische Kleinod von 1885 wieder, das mit schnörkelloser Raffinesse und feiner Ironie die lakonische Geschichte eines Entkommens erzählt: Nichts wünscht Denza sich sehnlicher als der ereignislosen Tristesse im Elternhaus zu entkommen. Im Piemont des 19. Jahrhunderts gibt es nur einen Weg: Heiraten. Und so verliebt sich Denza in einen Verehrer, den sie gar nicht kennt. Schon bevor sie ihm endlich begegnet, weiß sie, es ist Liebe. Wann wird er ihr endlich den ersehnten Antrag machen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2013
Von dieser Autorin sollte man unbedingt mehr lesen, ruft Rezensent Niklas Bender nach der Lektüre des im Jahre 1885 erschienenen Romanes "Ein Bräutigam fürs Leben" begeistert aus. Die in der piemontesischen Kleinstadt Novara als Maria Antonietta Torriani geborene Lehrerin, Feministin und Autorin, die unter dem Pseudonym Marchesa Colombi veröffentlichte, erzähle auf wunderbar frivole, spöttische und "beißend ironische" Weise von einem Frauenleben in der Provinz im neunzehnten Jahrhundert, berichtet der Kritiker. Wie in einem Roman von Jane Austen gehe es ums Heiraten - allerdings gerate die hier zu vermählende junge Denza im Gegensatz zu Austens Figuren nie an den Richtigen. Vielmehr begegnen dem amüsierten Rezensenten fettleibige, wenig intelligente und feinfühlige Kandidaten, deren "groteske Makel" sinnbildlich für ihre Charakterschwächen stehen und unter denen das junge Mädchen ihre Auswahl treffen muss. Neben der brillanten Menschenkenntnis der Autorin lobt Bender nicht zuletzt Christine Gräbers gelungene Übersetzung.
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