Aus dem Italienischen von Enrico Heinemann. Das Buch erzählt von einem Tag im Leben des Glaziologen Marco Tedesco in der Arktis. Dort steigen die Temperaturen doppelt so stark an wie auf dem Rest des Planeten. Es ist Nacht. Marco Tedesco liegt in seinem Schlafsack. Nur eine dünne Zeltwand trennt ihn von der Außenwelt. Es sind gut 20 Grad unter null: Er kann das Eis hören. Es knackt, reißt, rauscht und kracht. Anders als man annehmen könnte, handelt es sich bei der Arktis keinesfalls um eine eintönige Landschaft. Im Zentrum Grönlands erreicht das Eis eine Dicke von drei Kilometern, um sich dann zur Küste hin auf wenige hundert Meter zu verringern und ähnlich einem Fluss perlender Lava in den Ozean zu fließen. Wer denkt, Eis sei weiß, der täuscht sich. Das geduldige Auge erkennt Hunderte von Farben und Schattierungen. Das schmelzende Eis beeinflusst nicht nur die Weltmeere, sondern auch die Flora und Fauna direkt vor unserer Tür. Vor unseren Augen formt der Klimawandel das Eis an Nord- und Südpol und damit die Zukunft unserer Welt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2022
Der Glaziologe, also Eis- und Schneeforscher, Mario Tedesco hat eine aufregende Reise nach Grönland unternommen und mithilfe des Journalisten Alberto Flores d'Arcais ein Buch über einen exemplarischen Tag auf der Forschungsstation geschrieben, wie Rezensentin Irene Helmes erzählt. Tedesco kann anschaulich und immer auch mit einem Sinn für Kultur und Geschichte erzählen, lobt die Kritikerin, egal ob es um Wissenschaftsgeschichte oder frühere Arktisforscher geht oder um die Folgen des Klimawandels. Für Helmes definitiv empfehlenswert.
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