Aus dem Französischen von Dagmar Mallett. Der Chemie- und Biotech-Riese Monsanto gelangte bisher kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, obwohl er mit seinen Produkten wie Pestiziden und genmanipulierten Pflanzen eine fundamentale und höchst umstrittene Rolle in der Weltnahrungsmittelproduktion spielt. In ihrem brisanten Buch schildert die Journalistin Marie-Monique Robin, welche Gefahren von den Produkten und der Macht des Konzerns weltweit und vor unserer Haustür ausgehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.09.2009
Was an dem Chemie-Giganten Monsanto so beunruhigend ist, in diesem Buch kann Marc Widmann es nachlesen. Die von der französischen TV-Journalistin Marie-Monique Robin über Jahre hinweg recherchierten Fakten, findet Widmann beeindruckend und beängstigend. Dass nur Opfer und Gegner von PCB und Gentechnik zu Wort kommen und kein Monsanto-Vertreter, hält der Rezensent jedoch für einen Makel des Buches, wenn auch für einen von der Autorin nicht zu verantwortenden. Schließlich habe Monsanto Robins Gesprächswünsche abgelehnt. So muss sich der Rezensent nur mit der einen Perspektive begnügen. Die liefert ihm allerdings jede Menge "starke Stellen". Ob Robin Monsantos Vergangenheit bis ins Jahr 1901 zurückverfolgt, als die Firma begann, künstlichen Süßstoff für Coca-Cola zu produzieren, sich dem bei uns verbotenen Genmais Mon 810 oder dem berüchtigten Herbizid "Roundup" widmet - trotz oder gerade wegen des "apokalyptischen Bildes", das entsteht, empfiehlt Widmann die Lektüre Politikern, Wissenschaftlern und Umweltschützern gleichermaßen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2009
Prinzipiell begrüßenswert findet Rezensentin Jutta Hoffritz dieses Buch über den Biotech-Konzern Monsanto. Besonders nach dem Verbot der Produktion von Genmais, da man nun endlich einmal Hintergrundinformationen erhalte. Denn die Autorin, die französische Journalistin und Bauerntochter Marie-Monique Robin, zeichne minutiös die Entwicklung von der klassischen Chemiefabrik zum Produzenten von Hightech-Saat nach, spreche mit Bauern und anderen über Folgen des genveränderten Saatguts auf Erträge. Auch das Thema der gesundheitlichen Auswirkungen werde recht umfassend behandelt und auch darauf eingegangen, dass hier in Sachen Publikation von Ergebnissen jede Menge Lobbyistendruck eine Rolle spielt, der negative Ergebnisse mit Macht zu unterdrücken versuche. Bei aller Entschiedenheit vermisst die Rezensentin eine unvoreingenommene Diskussion des Potenzials dieser Technologie in diesem Buch, das für sie insgesamt eine Spur zu eindimensional auf die These "Verbrecher in weißen Kragen" zugeschrieben ist.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.03.2009
Rezensent Joachim Müller-Jung lässt kein gutes Haar an Marie-Monique Robins Enthüllungsbuch über den Agrarkonzern Monsanto und seine grüne Gentechnik - und macht gleichzeitig keinen Hehl daraus, dass er selbst Vorteile in der Entwicklung derselben sieht. Er wirft der Autorin eine von Anfang an festgelegte Meinung vor und ein daraus resultierendes, zu einseitiges "planvolles Filtrieren der Fakten". Auch wenn Müller-Jung der Autorin zugesteht, zumindest die Chronologie zur Entwicklung der Biotechnologie sachgemäß behandelt zu haben, so macht er trotzdem deutlich, dass ihre Enthüllungen seiner Meinung nach nicht in erster Linie der Wahrheitsfindung dienen, sondern der "Widerspruchsfreiheit ihrer Weltanschauung".
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