Die Vergiftung der Welt
Der globale PFAS-Skandal und wie er vertuscht wird

oekom Verlag, München 2026
ISBN
9783987265150
Kartoniert, 336 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Karsten Petersen. Nachdem er mehrere Freunde und Verwandte durch Krebs verloren hatte, begann ein unscheinbarer Versicherungsmakler aus Hoosick Falls, New York, im Jahr 2014 zu vermuten, dass seine Wasserversorgung verschmutzt war. Als er sein Leitungswasser testete, entdeckte er gefährliche Mengen an PFAS - sogenannten Ewigkeitschemikalien, die sich nicht abbauen lassen und mit verschiedensten Krankheiten in Verbindung stehen. Dies löste eine Kette von Ereignissen aus, die dazu führte, dass Milliarden Menschen rund um den Globus erfuhren, dass ihr Trinkwasser verseucht ist. Auch in Deutschland. Eine Untersuchung der jahrzehntelangen Kampagne der chemischen Industrie, die Gefahren von Ewigkeitschemikalien zu verschleiern.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 09.05.2026
Ein großartiges Stück Wissenschaftsliteratur legt Mariah Blake laut Rezensentin Britta Fecke hier vor. Blake zeichnet nach, wie die Chemikalie PFAS, die lange Zeit in der industriellen Produktion anfiel, über das Grundwasser in den Körper vieler Menschen gelangte und Krebserkrankungen auslöste. Menschen, die in der Nähe von Fabriken lebten, wurden, erzählt Blake, im Lauf der Jahre misstrauisch und ermittelten auf eigene Faust, die Industrie hingegen versuchte, Forschungsergebnisse, die ihr schaden, zu unterdrücken. Eindringlich schildert Blake die schlimmen Folgen der Verseuchung - gleichzeitig lernt man aus diesem schlauen Buch einiges über die wissenschaftlichen Hintergründe. Vorbildlich findet die Rezensentin, wie Blake ein Thema, das ganze Generationen geprägt hat, aufarbeitet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.02.2026
Einem noch längst nicht komplett aufgearbeiteten Skandal ist dieses engagierte Buch Rezensent Günther Wessel zufolge auf der Spur. Mariah Blake recherchiert darin zu Opfern von Ewigkeits-Chemikalien, das sind nicht oder kaum natürlich abbaubare Stoffe, die dank industrieller Produktionsweise inzwischen weit verbreitet und möglicherweise für zahlreiche Erkrankungen verantwortlich sind. Ausführlich, manchmal gar etwas zu ausführlich, so Wessel, arbeitet Blake einige dieser Fälle - es geht zum Beispiel um Krebserkrankungen aufgrund verseuchtem Trinkwasser - auf und verknüpft dabei persönliche Schicksale mit Industriegeschichte. Denn die Firmen wussten schon früh um die Gefahr, drückten aber in der Politik trotzdem zu hohe Grenzwerte durch, erfährt der Kritiker. Bis zur Ächtung von Ewigkeits-Chemikalien ist es offensichtlich noch ein weiter Weg, lernt Wessel, der freilich hofft, dass dieses aufwühlende Buch ein Schritt in eben diese Richtung ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.02.2026
Nach der Lektüre von Mariah Blakes Buch über PFAS-Chemikalien ist Rezensentin Nadja Tausche ziemlich geschockt: Wie können die US-Chemiekonzerne so viel Macht haben, dass sie ihre schädlichen Produkte weiter vertreiben können? PFAS sind wasserdichte Chemikalien, die fettabweisende Wirkung haben und von der Natur nicht abgebaut werden können, lernen wir. Die Menschen, die unter diesen Auswirkungen leiden, hat Blake acht Jahre begleitet, darunter einen Mann, der einen Zusammenhang erkennt zwischen der Krebserkrankung seines Vaters und den Machenschaften eines Chemiekonzerns, er kämpft, wie auch eine Frau mit einem kranken Kind, für sauberes Trinkwasser, schildert Tausche. Viele Studien zeigen die krebserregende Wirkung der sogenannten "Ewigkeitschemikalien", die in allen möglichen Alltagsprodukten, vom Duschvorhang bis zu Teflonpfanne, zu finden sind, erfährt Tausche, allerdings versuchen die Konzerne natürlich, diese Erkenntnisse zu vertuschen. Blake endet mit einem positiven Ausblick, denn die Proteste der Menschen haben bereits viel erreicht, Tausche aber macht sich trotzdem Sorgen, was die Lobbyarbeit der Konzerne und ihre Auswirkungen angeht.