Hort erzählt von drei Frauen Ende dreißig, die in einer Wohngemeinschaft leben. Ihr Lebensentwurf orientiert sich nicht an Partnerschaften oder fruchtbaren Jahren, sondern an ihrer größtmöglichen privaten und beruflichen Unabhängigkeit. Ihre außergewöhnlichen Körper tragen die Frauen mit Selbstbewusstsein: Petra ist Bodybuilderin und extrem muskulös, Ulla ist riesig und dick und Denise hat mit einem Schlangenarm ihren Körper modifiziert. Ihr Aussehen widerspricht üblichen Normen von Schönheit und Weiblichkeit und bestimmt durch seine Besonderheit ihr Leben mit. Als die Freundinnen drei verwahrloste Kinder aus der Nachbarschaft kennenlernen, bewegen sich ihre Gefühle zwischen besorgter Fürsorglichkeit und steifer Befangenheit. Die Frauen sind keine typischen Mutterfiguren, dennoch fühlen sie sich für die Kinder zuständig …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2022
Rezensentin Martina Knoben bemerkt gleich, wie viel Zuneigung die Zeichnerin Marijpol ihren Figuren entgegenbringt: Sie erzählt von drei Frauen mit seltsamen Körpern - einer Bodybuilderin, einer dicken Riesin und einer Schlangenfrau -, die in ihrer WG sehr liebevoll miteinander umgehen, aber durch drei verwahrloste Kinder aus der Nachbarschaft auch auf ihren krassen Individualismus gestoßen werden. Knoben gefällt, dass Marijpol die Spannung zwischen Abscheu und Sympathie zulässt: Ihre weirden Supermonster müssen nicht von vornherein als okay akzeptiert werden. Dass am Ende ein freundlicher Pragmatismus die WG in ein warmes Schlangennest verwandelt, ist nach dem Geschmack der Rezensentin.
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