Aus dem Polnischen von Doreen Daume. Lebensträchtigkeit, die erstaunt, befremdet und wieder versöhnt, zeichnet die Arbeit des jungen polnischen Dichters Mariusz Grzebalski aus, ein Nebeneinander von Liebe und Tod, Glück und Grauen, Alltag und Abgehobenheit, Traum und drastischer Realität, jeweils mit einer Dosis Absurdität, einer überraschenden Wendung, Erkenntnis oder auch lakonischer Resignation versehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.11.2002
Hier ist, mit einem Wort, ein großer Dichter zu entdecken. So lassen sich die ganz außergewöhnlich langen Ausführungen des Rezensenten Hauke Hückstedt zusammenfassen. Der junge polnische Autor Grzebalski, der sein Brot mit diversen Tätigkeiten (vom Briefträger zum Leiter einer Elektro-Großhandelsfirma) verdient hat, sei auf dem Sprung zur Weltklasse. Ganz ausgiebig zitiert Hückstedt aus dem nun in deutscher Sprache veröffentlichten Gedichtband Verse wie diesen: "Sie kann nicht schlafen, / sitzt vor dem Monitor, starrt auf die / Patience, die nicht aufgegangen ist." Er konstatiert eine "abartig genaue Blickkunst", er rühmt die Genauigkeit und zugleich die Rohheit des Dichters und auf den von ihm selbst ins Spiel gebrachten Vorwurf, das sei, andererseits, manchmal etwas "glatt und gefällig", antwortet er weniger argumentativ als achselzuckend "Na und?" Selbst wenn einen die Zitate nicht wirklich vom Genie des Autors überzeugen, der Rezensent ist ganz unzweifelhaft enthusiasmiert.
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