Seit seinem ersten Auftritt in New York im Jahr 1932 gilt Art Tatum als bedeutendster Pianist der gesamten Jazz-Geschichte. Seine Technik verschlug selbst Konzertpianisten vom Rang eines Horowitz den Atem, sein Anschlag war von unerreichter Leichtigkeit und Eleganz, mit seinen Improvisationen quer durch die gesamte Harmonik war er seiner Zeit um Jahrzehnte voraus. Die Biografie rekonstruiert die vielfach verwischten Lebensspuren des blinden, schwarzen Klaviervirtuosen aus Toledo, Ohio. Aus Erzählungen vieler Zeitgenossen und Musikerkollegen, aus Berichten der zeitgenössischen Presse und aus der Analyse seines Werkes entsteht das faszinierende Porträt eines einzigartigen Künstlers und der pulsierenden Welt des Jazz seiner Zeit. Das opulent illustrierte Buch bietet darüber hinaus eine umfassende Diskografie der Aufnahmen von Art Tatum.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2009
Verdienstvoll erscheint Tobias Lehmkuhl Mark Lehmstedts Biografie des Jazzpianisten Art Tatum. Dass bei so viel Meisterschaft am Klavier noch keine Lebensgeschichte vorlag, kann der Rezensent gar nicht glauben. Um so mehr freut er sich über die Genauigkeit, mit der der Autor zu Werke geht. Lehmkuhl erfährt Lebendiges und Faktenreiches nicht nur über die US-Jazzszene der 30er und 40er, sondern auch über weniger bekannte Protagonisten wie Lee Sims oder Clarence Profit. Zu Tatum selbst, räumt Lehmkuhl ein, gibt es nicht viel zu sagen. Er war ein großer Trinker und Pianist. Dass Lehmstedt bei aller Verehrung auch kritische Stimmen dokumentiert, rechnet Lehmkuhl ihm allerdings hoch an.
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