Aus dem Amerikanischen von Enrico Heinemann und Norbert Juraschitz. Das Schweigen des Vatikans zum millionenfachen Morden der Nazis ist und bleibt eine der großen Kontroversen unserer Zeit. Bis heute wird diskutiert, warum Papst Pius XII. öffentlich nicht deutlicher intervenierte. Mark Rieblings Aufarbeitung der Rolle des Vatikans im Widerstand gegen Hitler fügt der historischen Wahrheitssuche neue Facetten hinzu. Denn während Papst Pius noch Geburtstagskarten an Hitler schrieb, unterstützte er im Geheimen die Attentatspläne des deutschen militärischen Widerstands.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2017
Der Autor treibt seine Apologie des Pius XII. etwas zu weit, meint Rezensent Clemens Klünemann zu Mark Rieblings dramaturgisch geschickt inszeniertem Versuch einer Ehrenrettung. Den Papst als Leader einer Verschwörung gegen Hitler zu präsentieren, geht auf Kosten logischer Argumentation, der Wahrheit und der historischen Erkenntnis, gemahnt er. Minutiös erfasst und spannend zu lesen dagegen scheint dem Rezensenten die Geschichte des deutschen Widerstands gegen Hitler, die der Autor erzählt. Über die moralischen Skrupel der "Tyrannenmörder" liest er bei Riebling mit Interesse.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2017
Absolution mag Jörg Ernesti Pius XII. auch nach der Lektüre von Mark Rieblings Buch nicht erteilen. Was der amerikanische Historiker hier an Argumenten für den Papst und Quellen über seine Verbindungen zum Widerstand gegen die NS-Diktatur vorbringt, reicht allenfalls, um den Rezensenten noch inniger fragen zu lassen, warum Pius nicht mehr gegen Hitler unternahm. Neu scheinen die aufgeführten Dokumente dem Rezensenten auch nicht. Wie der Autor das Bekannte in einem Handlungsstrang zusammenführt, hat Ernesti allerdings beeindruckt. Spannend wie ein Politthriller liest sich das, meint er.
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