Anett Dremel (Hg.), Jens-Christian Wagner (Hg.)

Témoignages strasbourgeois

Berichte französischer Überlebender der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora
Cover: Témoignages strasbourgeois
Wallstein Verlag, Göttingen 2024
ISBN 9783835357716
Gebunden, 389 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die im Zweiten Weltkrieg nach Clermont-Ferrand verlagerte Université de Strasbourg war ein Zentrum des französischen Widerstandes gegen die Nationalsozialisten und deutschen Besatzer. Zahlreiche Universitätsangehörige, Lehrende und Studierende wurden in verschiedene Konzentrationslager deportiert. Bereits zwei Jahre nach Kriegsende veröffentlichte die Université de Strasbourg 1947 die "Témoignages strasbourgeois", eine eindrucksvolle Sammlung von Berichten, in denen Überlebende ihre Verschleppung in die Konzentrationslager schilderten. Mit den Berichten über die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora liegt nun erstmals eine Auswahl der "Témoignages strasbourgeois" in deutscher Übersetzung vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2024

Nachdem die Berichte von Straßburger Akademikern aus ihrer Zeit in deutschen Konzentrationslagern bereits 1947 auf Französisch erschienen, freut sich Rezensent René Schlott über die deutsche, gekürzte Übersetzung, die nun in einer Buchreihe der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora erscheint. Darin sind Texte von verschiedener Akademiker der Straßburger Universität zusammengefasst, die sich aktiv gegen die Nazis wehrten und im Zuge dessen nach Buchenwald oder Mittelbau-Dora verschleppt wurden, erfahren wir. Die Berichte sind unmittelbar nach ihrer Befreiung verfasst worden. Der Kritiker staunt darüber, dass das Lager durch die verschiedenen Professionen der Häftlinge - Chemiker, Physiker, Linguisten - so genau und von allen Seiten beschrieben wird. Dass sich die Herausgeber dazu gezwungen sahen, sich in ihrem Vorwort von rassistischen oder anderen diskriminierenden Begriffen der Häftlinge zu distanzieren und so ihre "vermeintliche moralische Überlegenheit" zur Schau zu stellen, findet der Kritiker unangebracht. Trotzdem vermittele das Buch ein sehr konkretes Bild vom Leid in den deutschen Konzentrationslagern, aber auch vom Mut der hier Schreibenden, findet Schlott.

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