Markus Krajewski

Kulturtechnik Kochen

Oder: Ausführliche Geschichte eines barocken Schauessens bei Neapel, seiner Entstehung und Hintergründe sowie der Reise nach Italien in vier Etappen nebst delikaten Rezepten zum Nachkochen und imposanten Bildern der Gerichte
Cover: Kulturtechnik Kochen
Schwabe Verlag, Basel 2024
ISBN 9783796549564
Gebunden, 176 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Mit Rezepten von Margaretha Jüngling und Fotografien von Christian Werner. Ein ungewöhnlicher Auftrag führt ein Team aus Köchin, Fotograf und Kulturhistoriker auf eine Reise nach Italien: Ein barockes Schauessen soll re-inszeniert werden. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Welche Konzepte liegen einem solchen rituellen Festmahl zugrunde? Und was heißt es, Kochen als Kulturtechnik zu verstehen? Das Buch führt nicht nur ins Mutterland der europäischen Kochkultur, um dabei alte Geschichten zu entdecken und neue Rezepte zu erproben. Wenn es heißt darüber nachzudenken, wie das Re-Enactment einer feierlichen Festtafel aussehen kann, geht es ebenso auf eine Zeitreise zurück ins Barock.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.12.2024

Thomas Steinfeld bekommt mit dem Buch des Medienwissenschaftlers Markus Krajewski kein gewöhnliches Kochbuch. Viel mehr als das haben der Autor und seine Mitstreiter, eine Köchin, ein Fotograf und weitere ungenannte GefährtInnen zusammengestellt. Entstanden ist laut Steinfeld eine historisch-kritische Kulturgeschichte des Kochens und Anrichtens, eine Rezeptsammlung (eher nicht zum Nachkommen), eine Reiseerzählung und eine Buchkunstwerk mit erstaunlichen Fotos. Steinfeld gibt zu, dass hier die Küche verlassen und das Fantastische gestreift wird, etwa wenn es um die Schau-Essen am Hof Alfons V. geht, um "vanitas" oder um Kalbskopf mit Hirn. Steinfeld lernt: Kochen kommt von Kunst und ein Festmahl kann ein politischer Akt sein. Und dieser Band mit Rezepten Kommentaren und Abbildungen schmeckt reizend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2024

Ein bisschen verwirrend ist dieses Projekt vom Medienwissenschaftler Markus Krajewski schon für Rezensent Jürgen Dollase: ein Kochbuch, das Rezepte enthält, zugleich aber auch Kunst und historische Analyse sein will? Viele Ideen findet Dollase aber dann doch überaus anregend. Das Prinzip: das Team aus Köchin, Fotograf und Kulturhistoriker reist nach Neapel, um ein barockes Schauessen nachzukochen. Das beschert Dollase zunächst einmal leckere Rezepte, angereichert mit einer Fülle an interessanten Informationen und langen Kommentaren Krajewskis mit historischen Hintergrundinfos. Das ist auf jeden Fall ein fruchtbarer Ansatz, den man in dieser Form noch nie gesehen hat, findet der Kritiker. Nicht ganz so überzeugt ist er vom künstlerischen Aspekt: Die Fotografien vom fertigen Ergebnis enttäuschen in ein wenig. Trotzdem eine spannende "Versuchsanordnung", findet er.

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