Aus dem Englischen von Susanne Held. Wie der Alte Orient dem Westen die Zukunft weist Unsere heutige Welt hat ihren Ursprung im Alten Orient und in Ägypten. David Wengrow zeigt anschaulich, wie die Zukunft des Westens untrennbar mit der ungeheuren Dynamik der alten Zivilisationen verbunden ist, deren Erbe wir angetreten haben. Die Lehren aus diesem Zivilisationsprozess werden über das künftige Schicksal des Westens entscheiden.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.08.2023
Wie "eine vergnügliche Abenteuerreise" lesen sich die Studien David Wengrows zur Entstehung der Zivilisation in verschiedenen Teilen der Welt, lobt Rezensent Eike Gebhardt. Wobei: über Zivilisation an sich und was der Alte Orient mit der Zukunft des Westens zu tun hat, wie es der Untertitel verspricht - darüber erfährt der Rezensent wenig. Dafür ist er von der detaillierten Beschreibung antiker Handelswege und der Entstehung des Kreditwesens fasziniert. Außerdem zeigt eine Zeittafel, wo sich bestimmte Lebensweisen unabhängig und zeitversetzt voneinander durchsetzten. Dabei erfreut sich Wengrow "am Demolieren etablierter Deutungsschemata", was den Rezensenten zum Nachdenken anregt.
Rezensent Leander Steinkopf liest David Wengrows "Was ist Zivilisation" in seiner nur online erschienenen Kritik mit einigem Gewinn und fühlt sich dennoch in seinen Erwartungen enttäuscht. Grund dafür sind vor allem die Diskrepanzen zwischen dem Inhalt und den Erwartungen, welche der Einband weckt. Weder werden hier Voraussagen über die "Zukunft des Westens" aus dessen Geschichte abgeleitet, wie der Untertitel verspricht. Noch weiß man am Ende der Lektüre, was denn nun Zivilisation ist. Eine zufriedenstellende Antwort auf diese titelgebende Frage hätte, so Steinkopf, eine klare und konsequente Argumentation erfordert, die Wengrow jedoch nicht verfolgt. Stattdessen wirkt sein Buch, lesen wir, eher wie eine Sammlung thematisch lose zusammenhängender Essays über den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen Mesopotamien und anderen vorchristlichen Zivilisationen mit dem vagen Ziel, die Überheblichkeit des sogenannten Westens gegenüber der sogenannten "Wiege der Zivilisation" abzubauen. Zudem hat das Buch wohl einiges an Dringlichkeit eingebüßt in den dreizehn Jahren, die zwischen seiner Publikation im Original und der Übersetzung vergangen sind. Die Kerbe, in die Wengrow hier schlägt, ist nicht mehr ganz so frisch, meint Steinkopf.
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