Martin G. Weiß (Hg.)

Bios und Zoë

Die menschliche Natur im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit
Cover: Bios und Zoë
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783518294994
Kartoniert, 388 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Mit dem Aufkommen der Biotechnologien ist die Natur des Menschen scheinbar verfügbar und manipulierbar geworden und die Frage nach dem Verhältnis von biologischem Leben und menschlicher Lebensform rückt zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Bios, das spezifische Leben einzelner Wesen, und Zoë, die einfache Tatsache des Lebens, scheinen immer stärker auseinanderzutreten. Der interdisziplinäre Sammelband stellt den Überlegungen bekannter europäischer Autoren die Positionen namhafter Vertreter der angelsächsischen Science Technology Studies gegenüber und bietet so einen aufschlußreichen Überblick über die aktuelle Auseinandersetzung der Geistes- und Sozialwissenschaften mit dem Phänomen der Lebenswissenschaften und ihren biotechnologischen Anwendungen. Mit Beiträgen unter anderem von Dieter Birnbacher, Bruno Latour, Gianni Vattimo, Hans-Jörg Rheinberger, Karin Knorr Cetina, Nicholas Rose, Paul Rabinow und Chris Thompson.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2009

Ein "zerfahrenes Bild" bietet sich Petra Gehring mit dem vom Klagenfurter Philosophen Martin G. Weiß herausgegebenen Sammelband vom Stand der Auseinandersetzungen um die Lebenswissenschaften. Dass sich alle Beiträge im Kern um das Begriffspaar "Bios" und "Zoe" als politisch geformtes beziehungsweise biologisches, "vorpolitisches" Leben drehen, wie der Herausgeber im Vorwort behauptet, sei schlicht "falsch", widerspricht die Rezensentin energisch. Und so lasse sich der Sammelband am ehesten als "Bestandsaufnahme" zum gegenwärtigen Stand der Lebenswissenschaften lesen, so Gehring, der bei der Sichtung der Beiträge, die sie kurz im Einzelnen nennt, vor allem deren "Heterogenität" ins Auge springt. Für sie drängt sich damit die Frage auf, ob mit der "fehlenden Gliederung" des Bandes nicht vielleicht sogar der Stand der Diskussion um die Biowissenschaften ziemlich adäquat dargestellt ist.

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