Martin Grosch

Sezessionen

Das erbitterte Ringen um Unabhängigkeit
Cover: Sezessionen
Olzog Verlag, München 2024
ISBN 9783957682574
Gebunden, 352 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Die Ukraine kämpft aktuell um ihre 1991 erlangte Unabhängigkeit, China wiederum stellt die Unabhängigkeit Taiwans infrage und ob Bosnien-Herzegowina als Staat langfristig existieren wird, ist durchaus fraglich. All dies sind Konflikte, die aufgrund des Unabhängigkeitswillen von Nationen bzw. ethnischer Gruppen ein zentrales politisches Problem unserer Zeit darstellen. So hat sich seit Gründung der UNO 1945 die Zahl ihrer Mitgliedstaaten nahezu vervierfacht - ein Umstand, der einen Trend zur Fragmentierung der Staatenwelt zu belegen scheint. Dabei ist nicht nur die territoriale Integrität autoritär beherrschter Staaten, die Teilen ihrer Bevölkerung (oft nationale Minderheiten) grundlegende Menschen- oder Bürgerrechte vorenthalten, durch separatistische Gruppen und deren Sezessionsbestrebungen bedroht. Vielmehr sehen sich damit auch demokratische, westlich geprägte Rechtsstaaten wie Kanada, Großbritannien, Spanien, Italien, Frankreich oder Belgien konfrontiert. Erinnert sei hier nur an die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens oder an Anschläge korsischer Separatisten. Letztlich finden sich in allen Teilen der Erde Staaten, die sich auf ihrem Territorium mit separatistischen Strömungen auseinandersetzen müssen. Das Streben nach Sezession stellt somit, wenig verwunderlich, einen Hauptgrund für kriegerische Konflikte dar. Martin Grosch möchte daher mit seinem Buch einen Beitrag leisten, den Blick vor allem für derzeitige Sezessionsbestrebungen - gerade auch in Europa - und die damit einhergehenden Folgen zu schärfen. Dabei zeichnet er die kulturellen, historischen sowie geografischen Hintergründe früherer und aktueller Separatismusbestrebungen nach.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2024

Rezensent Claus Kreß mäkelt an Martin Groschs Buch über das Phänomen der Sezession herum. Einerseits lobt er Groschs Leistung, für den Leser allerhand Konflikte zu beleuchten, die an das Thema rühren (Texas/Mexiko, Tamilen/Sri Lanka), andererseits vermisst der Rezensent immer wieder Kohärenz und eine durchgehende Detailtiefe. Auch stilistisch spiegelt sich diese Zwiegespaltenheit laut Kreß wider, wenn Grosch mal im Sachbuchduktus, mal geradezu "schnoddrig" daherkommt. Insgesamt hätte sich der Autor nach der Meinung des Rezensenten ruhig etwas weniger mäandernd durch sein Thema bewegen und den Stand der Völkerrechtsdiskussion deutlicher vermitteln dürfen, findet Kreß. Das ein oder andere "reizvolle Bildungserlebnis" beschert ihm der Autor allerdings schon, etwa wenn es um Milosevic und die Kosovo-Albaner geht.

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